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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Wenn alles zu viel wird

Immer mehr Menschen empfinden sich als »hochsensibel«. Die gute Nachricht: Es gibt Wege aus der Überforderung

Auch die Krimi-Helden werden immer dünnhäutiger. Kriminalkommissar Adam Danowski, den Till Raether in mittlerweile vier Romanen ermitteln lässt, muss gleich im ersten Band zum Neurologen. Wegen »der ganzen Sachen«, unter denen er leidet, »Kopfschmerzen, dass ich mich nicht konzentrieren kann, dass ich immer müde bin. Dass mir alles zu viel ist.« Doch statt des befürchteten Hirntumors diagnostiziert der Arzt »Hypersensibilität«. Das sei keine Krankheit, sondern eine »neurologische Besonderheit«, erfährt Danowski: »Menschen mit dieser Eigenschaft sind weitaus empfänglicher als andere für Sinnesreize und Eindrücke.« Die Kehrseite sei, dass »sie schnell erschöpft und überfordert sind«. Für die Leser des Romans ist das sehr unterhaltsam – ein zart besaiteter Ermittler auf Mörderjagd, der sich verzweifelt nach Pausen im Park sehnt, nicht zuhören mag, Besprechungen hasst und von seinen Kollegen für sonderbar gehalten wird. Für die Betroffenen ist das Leben mit Hochsensibilität jedoch alles andere als vergnüglich.

Diesem Leidensdruck ist es wohl zu verdanken, dass der Begriff rasch Karriere machte: Vor gerade mal zwanzig Jahren hat die US-amerikanische Psychologin Elaine Aron das Phänomen erstmals beschrieben. Ihr Buch »The Highly Sensitive Person« wurde über eine Million mal verkauft. Heute liegen allein auf Deutsch weit über hundert Ratgeber zu dem Thema vor, es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen, und immer mehr Coaches spezialisieren sich auf die Beratung Hochsensibler.

Unter Wissenschaftlern ist der Begriff bislang noch umstritten. Schließlich beruht die Diagnose ausschließlich auf subjektiven Fragebögen, über deren Aussagekraft und Trennschärfe man geteilter Meinung sein kann. »Mir scheint, dass ich Feinh