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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Ein freier Reformationstag

Norddeutsche führen den Feiertag wieder ein. Das verärgert jüdische Gemeinden

Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich schon entschieden; nun gibt es auch in Niedersachsen Zeichen dafür, dass der 31. Oktober wieder ein offizieller Feiertag werden könnte. Die Landesregierung bereitet einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, Ministerpräsident Stephan Weil ist zuversichtlich: »Wir werden im Jahre 2018 einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag haben.« Da sich die Spitzen von SPD und CDU bereits für den Reformationstag starkmachen, ist die Sache ziemlich klar. Hauptgrund für die Initiative ist das Ungleichgewicht bei der Anzahl der Feiertage zwischen Nord- und Süddeutschland. Hamburg, Bremen und Niedersachsen gehören mit nur neun gesetzlichen Feiertagen im Jahr bundesweit zu den Schlusslichtern. Spitzenreiter auf der anderen Seite der Skala ist Bayern: Hier gibt es 13 arbeitsfreie Feiertage. Die Initiativen pro Reformationstag – auch in Bremen gibt es sie – bleiben nicht unkritisiert. Stefan Heße, Hamburgs Erzbischof, findet, der 31. Oktober markiere »die Spaltung der Christen vor allem in Deutschland«. Er sei kein glücklicher Feiertag. Noch ärgerlicher sind die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. Der Präsident ihres Landesverbandes, Michael Fürst, betrachtet die Entscheidung für den Reformationstag als »eine Belastung und einen Affront« im jüdisch-christlichen Verhältnis. Er habe von der evangelischen Kirche »mehr Demut erwartet angesichts der Tatsache, was Christen im Anschluss an Luthers antisemitische Ausfälle angerichtet haben«, sagt er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Er, Fürst, werde dafür kämpfen, »dass dieser Tag nicht so ein schöner Tag wird, wie sich die Regierung das vorstellt«.

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