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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Blinde Flecken

Das Sterben in Syrien – und die Interessen der anderen

Mehrere Tausend Menschen haben jüngst in Berlin gegen das militärische Vorgehen der Türkei im Norden Syriens demonstriert. Auch gegen die Belagerung und Bombardierung der syrischen Enklave Ost-Ghouta, in der die Bevölkerung seit Langem unendlich leidet, gingen Menschen auf die Straße. Das ist gut so. Wer, wenn nicht die Zivilgesellschaft, sollte aufstehen gegen diesen Krieg? Es ist einer, bei dem längst fremde Interessen eine mindestens so große Rolle spielen wie der unsägliche Diktator Assad.

Es ist wichtig, Ross und Reiter zu nennen: also die Staaten, die sich einmischen, ihre Pfründe sichern wollen. Da jedoch liegen die blinden Flecken dieses Krieges. Auch die Friedensbewegung hierzulande ist davor nicht gefeit. Wo bitte bleibt ihr Aufschrei gegen Russland, das jegliches Völkerrecht mit Füßen tritt? Fünf Stunden täglich Frieden hat Putin den geschundenen Menschen in Ost-Ghouta in Aussicht gestellt. Mit welchem Recht? Und was hat er da überhaupt zu suchen?

Der Weltsicherheitsrat strebte eine Waffenruhe an. Deren Blockade ging von Russland aus. Nun geht das Sterben weiter. Syrien ist dabei offensichtlich zum Testfeld russischer Waffentechnik geworden. Mehr als 200 »Muster russischer Militärtechnik« seien bisher dort erprobt worden, berichteten Zeitungen unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Zynischer geht es nicht. Der Protest Amerikas dagegen ist verlogen, weil das Land selbst am Krieg beteiligt ist. Dennoch fragt man sich, wie die Friedensbewegung reagiert hätte, wenn die USA gleichermaßen Ost-Ghouta bombardieren würde. Doch blinde Flecken gibt es auch anderswo. So ist der verhaltene Protest der Bundesregierung gegen die militärische Präsenz der T