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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

vorgespräch: Was wissen Maschinen von Moral?

Fragen an Veronika Drews-Galle zur Tagung »Wenn Maschinen für Menschen entscheiden« in Loccum

Publik-Forum: Frau Drews-Galle, der Titel Ihrer Tagung lautet »Wenn Maschinen für Menschen entscheiden«. Sind wir denn schon so weit?

Veronika Drews-Galle: Ich denke, die Technik nimmt uns schon mehr Entscheidungen ab, als wir bewusst wahrnehmen, denken Sie nur an die Algorithmen von Suchmaschinen. Die technischen Systeme haben eine immer größere Lernfähigkeit, sie häufen Wissen an und verarbeiten es weiter. Dennoch sind sie zu einem autonomen Handeln noch nicht in der Lage.

Woran wird das deutlich?

Drews-Galle: Nehmen wir das Beispiel Roboter-Fußball: Hier müssen Roboter nicht nur wie Schachcomputer strategische Züge denken, sondern diese auch motorisch und angesichts der Unsicherheit des Verhaltens anderer umsetzen. Da wird klar, wie weit die Technik noch von menschlichen Fähigkeiten weg ist.

Was wird auf der Tagung noch besprochen?

Drews-Galle: Es geht um die Frage, was intelligente Technik entscheiden kann und darf und wie das Zusammenspiel mit ihr menschliches Handeln beeinflusst, zum Beispiel in der Medizin- und Militärtechnik. Kann man moralische Urteilskraft nachbauen? Wie soll ein selbstfahrendes Auto in einer Gefahrenlage entscheiden? Darf eine Maschine über den Tod eines Menschen entscheiden?

Muss man das denn so negativ sehen? Sind selbstfahrende Autos nicht total praktisch?

Drews-Galle: Klar, intelligente Technik kann unser Leben enorm bereichern. Gerade in der Medizin merken wir, wie groß die Fortschritte sind. Aber die zentrale Frage ist: Was macht das mit uns als M