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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Skeptische Weggefährten

von Bettina Röder vom 04.05.2012
Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident. Doch woher nimmt er Werte und Visionen, die von ihm erwartet werden?

Am Sonntag, 18. März, wird der neue Bundespräsident gewählt. Es ist Joachim Gauck. Die Erwartungen an ihn könnten nicht größer sein. Das ist nicht verwunderlich nach zwei Kandidaten, die aus bekannten Gründen nicht lange im Schloss Bellevue residierten.

Da sind die einen, die ihn schon einmal vorgeschlagen hatten: die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, die von dem »einstigen Bürgerrechtler« Gauck nun den »Mut erwarten, auch Unangepasstes zu sagen und tun« – was auch immer sie darunter verstehen. Einige von ihnen sind inzwischen allerdings skeptisch geworden, wie aus den Parteizentralen zu hören ist. Und da sind FDP und CDU, die Gauck nach seiner Vorstellung in Berlin nun doch als ihren Kandidaten entdeckt haben. Bei der Linkspartei kann davon bekanntlich keine Rede sein; Beate Klarsfeld heißt ihre Zählfrau.

Und die Bevölkerung? Den einen ist Gauck ein Ossi zu viel an der Spitze des Staates, andere verbinden mit ihm die Hoffnung auf Kontinuität. Manche im Osten freuen sich. Sie empfinden seine Wahl als Anerkennung ostdeutscher Lebensleistung.

Nur eine kleine Gruppe bleibt skeptisch: Es sind vor allem Menschen, die Gauck seit DDR-Zeiten kennen oder auch solche, die zur DDR-Bürgerrechtsbewegung gehörten und sich verwundert die Augen reiben, dass der 72-Jährige nun auch dazugehören soll. Ihnen geht es um die Zukunft des Landes. Sie sollten nicht überhört werden. Und erst recht nicht vom künftigen Präsidenten.

Woher kommt Joachim Gauck? Aus welcher Geschichte kommen seine Visionen und Werte, auf die manche so sehr warten? Er war in der DDR Pastor in Mecklenburg. Nicht mehr und nicht weniger. Da hat er als Vorsitzender des Landesausschusses auch Verantwortung für die Kirchentage 1983 und 1988 getragen. Das waren Treffen, die es so in der DDR ansonsten nicht gab, Freiräume des offenen Wortes, Möglichkeiten der Vernetzung. Und weil sie an öffentlichen Orten stattfanden, musste es Kompromisse mit dem Staat geben.

Solche Kompromisse hat Joachim Gauck zum Beispiel auch 1983 gemacht. Basisgruppen wurden an den Rand der Stadt Rostock verbannt. Ein großes Treffen wurde der Kirchentag trotzdem. Auf der Abschlussveranstaltung mit 20 000 Teilnehmern wurden Sätze gesagt, die auch heute hochaktuell sind: Kritisches zu Rüstung und Milit

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