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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Furchtlosen

Bedroht, verschleppt, vergewaltigt: Jineth Bedoya und Mayerlis Angarita riskieren in Kolumbien für Frieden und Frauenrechte ihr Leben

Wenn Jineth Bedoya Lima das Haus in Bogotá verlässt und sich auf den Weg zur Arbeit macht, steigt sie in ein gepanzertes Auto. Auf dem Weg in die Redaktion der Zeitung El Tiempo wird sie von fünf Bodyguards begleitet. Seit mehr als zwanzig Jahren berichtet sie unerschrocken über Waffenhandel und Korruption, über sexuelle Ausbeutung von Frauen und die Gräueltaten des Krieges. Die 1974 geborene Journalistin aus Kolumbien zählt zu den bekanntesten Frauenrechtlerinnen des Landes.

Ihre grausamen Erinnerungen hält sie meist hinter ihrem Lächeln und einem starken, selbstbewussten Auftreten verborgen. Nur manchmal, wenn ihre Stimme ein klein wenig flattert, lässt sich erahnen, was ihr angetan wurde an jenem 25. Mai 2000. Sie war auf Recherche unterwegs, als sie von Paramilitärs entführt, gefoltert und vergewaltigt wurde; 16 Stunden lang, von drei Männern, die ihr während der Barbarei eine 9-Millimeter-Pistole an den Kopf hielten. Nackt, verwundet und seelisch gebrochen ließen die Täter sie in einer Müllgrube am Straßenrand zurück. »Danach wollte ich nur noch sterben«, sagt Bedoya. »Es gab zwei Optionen für mich: Selbstmord oder Exil.« Deutschland bot ihr Asyl an, doch sie schlug aus. Zwei Wochen nach dem erlebten Horror kehrte sie zur Zeitung zurück. Jahre später wurde sie noch einmal entführt, diesmal von der Rebellengruppe Farc. Trotz allem ist sie Journalistin geblieben. Was ihr widerfahren ist, erleben Frauen in Kolumbien tagtäglich. »Ich bin die Stimme und das Gesicht dieser Frauen«, sagt die 43-Jährige. »Wir dürfen nicht schweigen.« Der 25. Mai, Tag ihrer ersten Entführung, ist heute in Kolumbien der offizielle Tag der Erinnerung an die Opfer sexueller Gewalt. Am 2. März w