Aschermittwoch der Künstler
Wenn das Leinen sanft an der Wand entlangstreift

Wer in der Fastenzeit die ehemalige Aufbahrungskapelle in der Krypta der Linzer Ursulinenkirche betritt, erlebt durch die Installationen der Kunststudentinnen Maria Nalbantova und Magdalena Berger eine sinnliche Erfahrung der Vergänglichkeit. Nalbantovas »Disposable care« (EinwegFürsorge) sieht aus der Ferne aus wie eine Versammlung kleiner Gespenster, die nach oben streben (großes Bild). Bei näherer Betrachtung erkennt man Laken aus Porzellan; sie wirken wie gefrorene Hüllen. Berger hat im Nebenraum Taschentücher arrangiert, die von einem Motor bewegt werden (kleines Bild). Jedes Tuch ist mit einem Wort bestickt: distance, love, closeness, touch, yours. Sie wenden sich den Betrachtenden zu und gleich wieder ab, dabei bleiben feine Partikel der Wand im Stoff hängen. Tücher sind etwas Intimes. Man wischt sich den Mund ab oder den Schweiß von der Stirn. In der Installation werden sie sanft über die Wand der Gruft gezogen, als wollten sie Tränen wegwischen.




