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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2018
Was ist der Mensch wert?
Der Preis des Lebens und die Würde des Menschen
Der Inhalt:

vorgespräch: Warum sind Sie kreativ?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 09.02.2018
Das hat der Regisseur Hermann Vaske Prominente gefragt. Die Antworten präsentiert er in einer Ausstellung

Publik-Forum: Herr Vaske, seit dreißig Jahren befragen Sie Künstler nach dem Ursprung ihrer Kreativität. Wer hat geantwortet?

Hermann Vaske: Über eintausend Prominente, darunter der Musiker David Bowie und die Performance-Künstlerin Marina Abramovic, der Architekt Frank Gehry und der Astrophysiker Stephen Hawking, die Schauspielerin Angelina Jolie, der Bildhauer Ai Weiwei und viele mehr.

Einige der Antworten zeigen Sie nun in einer Ausstellung in Berlin. In welcher Form?

Vaske: Es gibt grafische Präsentationen, Artefakte, Installationen, aber auch Texte oder einzelne Sätze. In der Ausstellung sind auch Videos zu sehen von Interviews, die ich geführt habe, zum Beispiel mit dem Jazz-Trompeter Brian Newman. Bestimmte Aspekte ziehen sich durch, wie Langeweile, Sexualität oder Angst. Sie alle können kreativitätsfördernd wirken. Die Antworten sind eine Art Navigation durch die Terra incognita der Kreativität und meine Gesprächspartner die Navigatoren. Die Besucher werden motiviert, über ihre eigene Kreativität nachzudenken.

Gibt es eine Art roten Faden in den Antworten, ein wiederkehrendes Motiv?

Vaske: Ja, den Gedanken: Ich bin, wer ich bin – und ich habe keine Angst davor, anders zu sein.

Spielen Glaube und Religion eine Rolle?

Vaske: Definitiv, vor allem Musiker haben Spiritualität als Antrieb genannt – von Bono von der Rockband U2 bis hin zum Produzenten und Komponisten Quincy Jones, der sagte: »God gave me music.«

Antworten Männer anders als Frauen, Europäer anders als Asiaten?

Vaske: Kreativität ist eine universelle Größe, sie bleibt nicht an Grenzen hängen.

Ist es leichter, kreativ zu sein, wenn grundlegende menschliche Bedürfnisse gestillt sind? Oder ist das Gegenteil der Fall?

Vaske: Das kommt drauf an. Ich habe mich zum Beispiel mit dem Filmemacher Andreas Dresen darüber unterhalten, der mir erzählte, wie zu Zeiten der DDR unter widrigsten Bedingungen Kreativität entstanden ist. Oder denken Sie an den Iran: Trotz Unterdrückung und Zwängen entstehen dort ganz großartige Filme

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