Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2018
Was ist der Mensch wert?
Der Preis des Lebens und die Würde des Menschen
Der Inhalt:

Gemeinsam nutzen statt individuell besitzen

Welche Antworten der genossenschaftliche Wohnungsbau auf die Frage hat, wie wir in Zukunft leben wollen, lässt sich seit 2015 in Zürich besichtigen. Weit draußen am Rand der Stadt gelegen, in einem unwirtlichen Gewerbegebiet, gilt das Quartier »mehr als wohnen« schon jetzt als Mekka für Architekturstudenten aus aller Welt. Fünfzig Schweizer Wohngenossenschaften haben sich hier zusammengetan, um ein Best-of ihrer Ideen für neue Lebensformen zu realisieren: Auf einem ehemaligen Industriegelände leben 1200 Menschen in ganz unterschiedlichen Wohnungen, vom kleinen Studio bis zur Satelliten-WG mit zwölf Zimmern und großem Gemeinschaftsbereich. Die Mieten im Quartier liegen zwanzig bis dreißig Prozent unter den Marktmieten. Bei der Vergabe der begehrten Mietverträge war es das Ziel, die demografische Zusammensetzung der Stadt Zürich abzubilden, was Alter, Bildung oder Einkommen angeht.

Die Bewohner sind ausdrücklich aufgefordert, sich ins Quartiersleben einzubringen. Für gemeinschaftliche Initiativen wie etwa ein Nähatelier, eine Fahrradwerkstatt oder das »Café International« stehen sogenannte Allmendräume kostenlos zur Verfügung. Strenge Regeln sorgen dafür, dass Einzelinteressen nicht die ökologischen Ziele torpedieren: Zum Beispiel sollte eine Person nicht mehr als 35 Quadratmeter belegen. Ziehen die Kinder aus, wird den Eltern eine kleinere Wohnung im Quartier angeboten, die sie nicht mehr als zwei Mal ablehnen dürfen.

Der Besitz eines Autos ist nicht erlaubt, dafür gibt es Carsharing-Angebote und einen E-Bike-Verleih auf dem Gelände. Auch private Gärten gibt es nicht, stattdessen wird der gesamte Außenbereich als öffentlicher Raum verstanden, der von allen genutzt werden kann. Der zentrale Platz