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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2018
Was ist der Mensch wert?
Der Preis des Lebens und die Würde des Menschen
Der Inhalt:

Bauernopfer im Machtspiel

Der türkische Militärangriff auf das Kurdengebiet Afrin in Nordsyrien ist ein Bruch des Völkerrechts – mit weitreichenden Folgen

Moussab al-Hussein starb am 21. Januar 2018. Er wurde sechs Jahre alt. Seine Familie war aus dem umkämpften Idlib in Syrien ins vermeintlich friedliche Kurdengebiet Afrin im Norden des Landes geflüchtet. Am selben Tag starb der kleine Wael, ein Jahr alt. Und viele weitere. Getötet wurden sie bei einem Angriff der türkischen Armee. Die kämpft offiziell nur gegen die YPG, den militärischen Arm der Kurden in Syrien. Tatsächlich sterben viele unschuldige Zivilisten bei dem Angriffskrieg, den die Türkei «Operation Olivenzweig« getauft hat.

Dieser Krieg offenbart den ganzen Irrsinn, die ganze Absurdität westlicher Außenpolitik. Die Türkei, ein Nato-Staat, kämpft in Afrin gegen Verbündete des Nato-Staates USA: Türkische Truppen töten gerade die Kurden, die in den vergangenen drei Jahren aufseiten des Westens erfolgreich gegen den IS gekämpft haben. Da wurden sie von westlichen Regierungen als Helden gefeiert – nun werden sie fallen gelassen, verraten. Der türkische Angriff ist völkerrechtswidrig, denn weder besteht eine UNO-Resolution, noch handelt es sich um Selbstverteidigung. Doch die Bundesregierung hat nicht den Mut, diese Fakten zu benennen. Sie verurteilt den Angriffskrieg nicht etwa, sondern spricht von einer »fluiden Lage«. Momentan herrscht Tauwetter zwischen Deutschland und der Türkei, da soll die vorsichtige Annäherung wohl nicht gefährdet werden. Schließlich ist der deutsche Journalist Deniz Yücel noch immer in der Türkei in Haft, und auch der Flüchtlingsdeal steht noch …

Aber es wird noch krasser: Türkische Soldaten tragen Heckler & Koch-Gewehre, und an ihrer Seite kämpfen dschihadistische (!) Milizen mit deutschen