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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2018
Was ist der Mensch wert?
Der Preis des Lebens und die Würde des Menschen
Der Inhalt:

Nachgefragt: Privat oder Kasse ?

Fragen zur Diskussion um die Krankenversicherung an Kai Helge Vogel von der Verbraucherzentrale

Publik-Forum: Sind privat Krankenversicherte privilegiert, wenn sie krank werden?

Kai Helge Vogel: Die Ärzte bekommen für Privatpatienten mehr Geld als für Kassenpatienten. Deshalb besteht für sie ein ökonomischer Anreiz, Privatpatienten bevorzugt zu behandeln. In Städten mit vielen wohlhabenden Privatversicherten gibt es sogar Arztpraxen, die nur Privatversicherte und Selbstzahler behandeln. Aber nicht jeder Arzt lässt sich von diesem Anreiz leiten.

Welche Nachteile müssen gesetzlich Versicherte in Kauf nehmen?

Vogel: Oft müssen sie länger auf einen Arzttermin warten. Vor allem in Regionen, in denen die Versorgung mit Ärzten schlecht ist, oder bei Fachärzten wie Rheumatologen, von denen es zu wenige gibt.

Haben auch privat Versicherte Nachteile?

Vogel: Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie unnötige Untersuchungen und überflüssige Behandlungen erhalten, weil der Arzt ja jede einzelne Leistung abrechnen kann. Doch viel hilft nicht immer viel. Ein großer Nachteil der Privatversicherten ist zudem, dass im Alter ihre Beiträge zur Krankenversicherung meist steigen, unabhängig vom Einkommen, das etwa beim selbstständigen Taxifahrer niedrig sein kann.

Oft heißt es, nur dank der höheren Honorare der privat Versicherten könnten Ärzte neue Geräte anschaffen, die auch gesetzlich Versicherten zugutekommen. Stimmt das?

Vogel: Rund neunzig Prozent aller Versicherten sind gesetzlich, nur rund zehn Prozent sind privat versichert. Aussagen, wie »Die private Krankenversicherung hält das gesamte Sy