Kirche und Krieg
Amerikas Bischöfe gegen Trumps Grönlandpläne

Donald Trumps aggressive Politik gegenüber Grönland und Venezuela hat bei einigen katholischen Bischöfen deutlichen Widerspruch hervorgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung betonen die Kardinäle Blase Cupich (Chicago), Robert McElroy (Washington) und Joseph Tobin (Newark), dass militärisches Handeln »nicht als normales Instrument nationaler Politik« gesehen werden dürfe. Die jüngsten Ereignisse hätten Amerikas »moralische Rolle bei der Bekämpfung des Bösen weltweit, der Wahrung des Rechts auf Leben und menschliche Würde sowie die Unterstützung der Religionsfreiheit« infrage gestellt.
Die drei Kardinäle berufen sich explizit auf eine Ansprache von Papst Leo vor Diplomaten am 9. Januar, in der dieser einen sich ausbreitenden »Eifer nach Krieg« beklagt hatte. Friede, so Leo XIV., werde nicht mehr als Geschenk und Gottes Wille für die Welt gesehen, sondern mit Waffen durchgesetzt, als »Voraussetzung für die eigene Herrschaft«. Cupich, McElroy und Tobin betonen, Krieg dürfe niemals »als Instrument für enge nationale Interessen« eingesetzt werden. Sie fordern stattdessen den Einsatz für einen nachhaltigen und gerechten Frieden, der nicht »auf parteipolitische Kategorien« reduziert werden dürfe, welche nur zu »Polarisierung und destruktiver Politik« führten.
Der konservative Militärbischof Timothy Broglio sagte, amerikanische Soldaten könnten aus Gewissensgründen einen Einsatz in Grönland verweigern. »Grönland ist dänisches Territorium, Dänemark ist ein Verbündeter, Teil der Nato. Es gibt keinen Grund für die Vereinigten Staaten von Amerika, eine freundlich gesinnte Nation anzugreifen und zu besetzen.«




