Auch wer dich liebt, besitzt dich nicht

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Gott besitzen zu wollen, ihn für eigene Interessen zu instrumentalisieren und kämen sie aus noch so großer Gottesliebe, ist eine Urversuchung des Menschen. Und wir leben wieder in Zeiten schamlosen Gottesbesitzes für theokratische oder sonstige politische Zwecke. Da ist im Blick auf den 100. Todestag von Rainer Maria Rilke eine Erinnerung an seine Verse aus dem 1905 erschienenen »Stunden-Buch« bitter notwendig. Das Werk ist eine der kühnsten religiösen Dichtungen deutscher Sprache. Rilke hat dafür einen langen Weg gehen müssen.
1875 in Prag geboren, ist Rilke unter dem Eindruck einer dominanten Mutter in der Welt eines schwülstigen Katholizismus aufgewachsen, die ihm vor lauter Weihrauch kaum Luft zum Atmen gela
Karl-Josef Kuschel war bis 2013 Professor für »Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs« an der Universität Tübingen. Autor des Buches »Als ob er horchte. Rainer Maria Rilkes Dialog mit Buddha«, (Patmos, Stuttgart 2020). Im Herbst erscheint: »Magische Worte. Ein Leben mit Gedichten«
Aus: »Das Stunden-Buch. Das Buch von der Pilgerschaft« (1905, Insel/Leipzig)




Georg Lechner 03.02.2026, 17:39 Uhr:
Gott ist Geist und kann nur im Geist und in der Wahrheit recht angebetet werden, wie es bei Johannes heißt. Somit kann man einen Geist nicht besitzen wie etwas Materielles; man kann Gott nur anbeten, indem man durch die Alltagspraxis zeigt, dass es mehr als die "Weisheit" dieser Welt gibt.
Vor diesem Hintergrund ist ein schlampiges Verhältnis von konfessionellen Gemeinschaften mit der politischen Macht nicht mit der Forderung der Bibel vereinbar, Licht für die Welt und Salz der Erde zu sein. Besonders gilt das für den Extremfall namens Theokratie (die vom frommen Dadaisten Hugo Ball als Sakrileg der Sakrilege bezeichnet wurde - in seiner Streitschrift "Zur Kritik der deutschen Intelligenz").