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Auch wer dich liebt, besitzt dich nicht

Eine Erinnerung an Rainer Maria Rilkes »Stunden-Buch« in Zeiten der schamlosen Inanspruchnahme Gottes für politische Ziele.
von Karl-Josef Kuschel vom 27.01.2026
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Rainer Maria Rilke nach einer Skizze von Emil Orlik, digital bearbeitet. (Foto: pa/ImageBROKER/Heinz-Dieter Falkenstein)
Rainer Maria Rilke nach einer Skizze von Emil Orlik, digital bearbeitet. (Foto: pa/ImageBROKER/Heinz-Dieter Falkenstein)

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Gott besitzen zu wollen, ihn für eigene Interessen zu instrumentalisieren und kämen sie aus noch so großer Gottesliebe, ist eine Urversuchung des Menschen. Und wir leben wieder in Zeiten schamlosen Gottesbesitzes für theokratische oder sonstige politische Zwecke. Da ist im Blick auf den 100. Todestag von Rainer Maria Rilke eine Erinnerung an seine Verse aus dem 1905 erschienenen »Stunden-Buch« bitter notwendig. Das Werk ist eine der kühnsten religiösen Dichtungen deutscher Sprache. Rilke hat dafür einen langen Weg gehen müssen.

1875 in Prag geboren, ist Rilke unter dem Eindruck einer dominanten Mutter in der Welt eines schwülstigen Katholizismus aufgewachsen, die ihm vor lauter Weihrauch kaum Luft zum Atmen gela

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