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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:

Kampf um den Dritten Weg

vom 04.05.2012

Zu: »Verhärtete Fronten. Der Dritte Weg im kirchlichen Arbeitsrecht ist am Ende« (24/11)

Ja, es ist gut, auch kritisch in die Diakonie zu schauen – der Ausschluss der Wichern-Stiftung vom Diakonischen Werk Hannover mag ein Beispiel sein. Aber: Der Zungenschlag und die Verallgemeinerung eines Rundumschlags tut dann doch sehr weh. Ich selber bin Mitglied einer Krankenhausleitung. Seit Jahren ist die Aufrechterhaltung von Krankenhäusern eine enorme wirtschaftliche Herausforderung. Die großen privaten Ketten (Asklepios, Helios) diktieren knallhart ihre Bedingungen. Und die kommunalen Kliniken können auch Defizite produzieren, denn der Steuerzahler gleicht das aus. Konfessionelle Häuser erhalten nichts davon, und die Bundes- und Kassenpolitik verschärft den Markt. Was tun? Ein heiß diskutiertes Beispiel: Servicebereiche in eine eigene GmbH überführen, mit eigenem Lohngefüge und dennoch über den ortsüblichen Tarifen (bei uns mit Mindestlohn von 8,82 Euro). Das kann leicht und scharf kritisiert werden. Wir integrieren die Mitarbeitenden dennoch voll in unsere Hausgemeinschaft, und sie fühlen sich zu Hause! Die Alternative wäre Outsourcen: kein Einfluss mehr, Lohngestaltung gar kein Thema. Die Konsequenz, die dann noch übrig bleibt: Schließung der Häuser – und damit all der Chancen und Möglichkeiten, diakonische Arbeit zu gestalten und zu leben!

Burkhard Seeger, Althengstett

Die Angewiesenheit der Menschen in den diakonischen Einrichtungen darf nicht für tarifrechtliche Auseinandersetzungen instrumentalisiert werden. Der Verzicht auf das Streikrecht schützt Bewohner beispielsweise einer Pflegeeinrichtung oder Wohngruppe für Jugendliche mit schweren Behinderungen, die von Dienstleistungen täglich und existenziell abhängig sind. Durch meine Mitarbeit in verschiedenen Leitungsebenen habe ich großen Respekt vor der werteorientierten Unternehmenskultur des Diakonischen Werkes in Bayern. Mich beeindrucken Konfliktgespräche auf Augenhöhe, die ökologische Mitverantwortung durch Umweltaudits und eine deutliche Familienorientierung. So halte ich den Dritten Weg im heutigen Ringen um Teilhabe aller Menschen an Bildung und unserem gesellschaftlichen Leben nicht nur für zeitgemäß, sondern für zukunftsweisen

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