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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:

Albtraum Traumschiff

Kreuzfahrtriesen bedrohen das Leben – auch ohne Havarie

Mit Entsetzen starrt die Welt in diesen Tagen auf das Wrack der Costa Concordia, die auf ihrer Kreuzfahrt mit über 4000 Passagieren auf einen Felsen gekracht ist. Im Bauch des sinkenden Schiffes werden täglich neue Leichen gefunden, die Bergung des Ozeanriesen gestaltet sich äußerst schwierig, der Treibstoff droht die Küste zu verseuchen.

Das Drama vor der italienischen Küste wirft einen nachtschwarzen Schatten auf eine boomende Branche, deren öffentliches Bild bisher von wehenden Fahnen, weiten Meeren und eleganten Passagieren bestimmt war. Doch auch jenseits dieser aktuellen Katastrophe ist die Kreuzschifffahrt längst eine Bedrohung für Mensch und Umwelt geworden: Die schwimmenden Paläste vergiften Meere und Atmosphäre, weil sie mit ungereinigtem Schweröl betankt werden. »Ein einziger Ozeanriese stößt auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke«, sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Nur die wenigsten Kreuzfahrer dürften sich klarmachen, dass die Schiffsabgase Meere überdüngen und dass die schwarzen Rußpartikel sich auf dem Eis der Arktis ablagern, wo sie das Abschmelzen beschleunigen. Allein die Flotte des Kreuzfahrtanbieters Aida produziert laut Nabu so viel giftige Abgase wie alle deutschen Autos zusammen.

Umweltschützer fordern deshalb seit langem die Verwendung von Schiffsdiesel statt giftigen Schweröls, deutlich niedrigere Grenzwerte für den Abgasausstoß auf hoher See, die Ausstattung der Kreuzfahrtschiffe mit Rußpartikelfiltern sowie ein langsameres Fahrtempo. Vielleicht kann der entsetzte Blick auf die sinkende Costa C