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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

»Strom aus fliegenden Kraftwerken«

von Ludwig Greven vom 04.02.2020
Aufstehen & Handeln: Walter Schüschke engagiert sich für ein Projekt, das mit Lenkdrachen Energie gewinnen will.
Noch in Entwicklung: Mit Lenkdrachen könnte einmal Strom erzeugt werden (Foto: Enerkite)
Noch in Entwicklung: Mit Lenkdrachen könnte einmal Strom erzeugt werden (Foto: Enerkite)

Als ich Abitur machte, war der Club of Rome gegründet worden. Seitdem beschäftige ich mich mit den Grenzen des Wachstums. Als ich Student war, kam die Ölkrise. Da haben wir bereits diskutiert, dass in Zukunft ein Großteil des Stroms durch Wind erzeugt werden müsste. Auf der Suche nach einem Ort, wo wir unsere Hochzeit feiern wollten, fuhren meine Frau und ich 1991 durch Norddeutschland und kamen an einem Windrad vorbei. Da habe ich ihr vorgeschlagen: »Statt der üblichen Hochzeitsgeschenke lassen wir uns eine Beteiligung an einer Windkraftanlage schenken.« Den Betrag haben wir verdoppelt und Anteile am wahrscheinlich ersten deutschen Windfonds erworben. Der hat über 28 Jahre zwischen 4,5 und 6 Prozent abgeworfen. Das hat sich also gelohnt – vor allem für das Klima.

Ich beteilige mich jetzt an einem Projekt, das mit Lenkdrachen Strom erzeugen will. Das sind sozusagen fliegende Kraftwerke, die ausnutzen, dass in großen Höhen der Wind kräftiger und beständiger weht als in der Nähe des Bodens. Die Lenkdrachen haben noch mehr Vorteile: Mit zehn Prozent des Materialeinsatzes machen sie genauso viel Strom wie Windrotoren, erzeugen aber fast keinen Lärm und keine Schlagschatten. Die Drachen sind in der Entwicklung. Sie könnten sogar über Solar- oder Windparks eingesetzt werden. Die EU-Kommission fördert das Projekt mit mehr als zwei Millionen Euro – daran sieht man, dass es Hand und Fuß hat.

Geflogen bin ich das letzte Mal vor vier Jahren. Seitdem machen wir Urlaub nur noch an Orten, die wir mit der Bahn erreichen können. Unser 22 Jahre altes Auto nutzen wir nur selten. Und wir essen weniger Fleisch. Sich komplett vom hiesigen Lebensstil abzukoppeln, halte ich jedoch für verk

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