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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Vorgespräch: Kein Weg zurück?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 11.01.2019
Von Kamerun nach Spanien – und dann? Fragen an die Regisseurin Melanie Gärtner, die für ihren Film »Yves Versprechen« mehrere Monate lang einen Migranten begleitet hat

Publik-Forum: Frau Gärtner, für den Dokumentarfilm »Yves Versprechen« haben Sie über Monate hinweg einen jungen Mann aus Zentralafrika begleitet. Hat man solch eine Geschichte nicht schon oft gesehen?

Melanie Gärtner: Mein Ansatz ist es, eine wenig beachtete Facette von Migration darzustellen: Die Angst von Migranten, mit leeren Händen in ihr Heimatland zurückzukehren, die Schande und soziale Schmach, die das mit sich bringt. Und mein Film begleitet die daheimgebliebene Familie von Yves, schaut hin, was sein Fortgehen sozusagen backstage bedeutet. Denn die Familien in den Heimatländern bilden den erweiterten Rahmen von Migration.

Wie haben Sie Ihren Protagonisten Yves denn kennengelernt?

Gärtner: Das erste Mal sind wir uns 2010 im Rahmen eines anderen Filmprojekts begegnet, da war er gerade in der spanischen Exklave Ceuta angekommen. Jahre später schrieb er mir, dass er nach einer Abschiebung aus Spanien wieder in Marokko sei, um erneut zu versuchen, nach Europa zu gelangen. Und ich fragte mich: »Warum nur tut er sich das ein zweites Mal an?« Das war der Ausgangspunkt zum Film.

Sie haben Videobotschaften von Yves aufgenommen und sind damit zu seiner Familie nach Kamerun gereist. Was haben Sie dort erlebt?

Gärtner: Ich wurde sehr, sehr herzlich empfangen. Zunächst kam ich ohne Kamerateam; ich habe bei Yves älterer Schwester Annie gelebt, habe mit ihren Kindern in einem Bett geschlafen und den alten, kranken Vater in dem Dorf besucht. Gleichzeitig war ich auch in der Rolle einer Botschafterin: Ich habe der Familie Nachrichten von Yves überbracht und ihre an ihn weitergegeben. Was mich zunächst schockiert hat: Wenn sie mit mir über Yves gesprochen haben, war das sehr liebevoll. Aber in ihren Botschaften an ihn haben sie einen enormen Druck aufgebaut und ihre Erwartungen ganz klar artikuliert.

Da scheinen universelle Themen wie Hoffnung, Verantwortung und Scheitern durch …

Gärtner: Und die Bedeutung der Familie! Sie ist eine Brücke für das Verständnis einer anderen Kultur und einer Lebenssituation, die uns fremd ist.

Welche Schwierigkeiten haben sich bei den Dreharbeiten ergeben?

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