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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Leserbriefe Wunden heilen und erinnern

vom 12.01.2018

Islam und Christentum

Zu: »Wie kommt Gott in die Welt?«
(23/17, Seite 26-30)

Schon die Überschrift »Wie kommt Gott in die Welt?« – die nicht von den Dialogpartnern stammen dürfte – lässt fragen, ob die Redakteure von Publik-Forum sich des sehr unterschiedlichen Gottesverständnisses im muslimischen und im christlichen Glauben bewusst sind. Der Gott des Islams kommt nicht in die Welt. Er bleibt außerhalb der Welt und der Geschichte. Er ist und bleibt absolut transzendent. Das Ziel menschlichen Lebens im jenseitigen Paradies ist keine personale Gemeinschaft mit Gott, keine Teilhabe am göttlichen Leben. Wenn Milad Karimi gleich am Anfang die Sure 50, 16 zitiert, wonach Gott uns näher ist als unsere Halsschlagader, nennt er aber nicht den Zusammenhang. Es geht darin nicht um eine innige, persönliche Beziehung zwischen Gott und Mensch. Vielmehr wird vor Gott gewarnt, der über alle bösen Gedanken des Menschen Bescheid weiß und vor dem sich der Mensch in Acht nehmen sollte. Immerhin gibt Kuschel auch gleich am Anfang zu, dass die Menschwerdung Gottes »im interreligiösen Gespräch einer der schwierigsten Punkte ist«. Ob sich der christliche Glaube an die Fleischwerdung Gottes in Jesus von Nazareth als Thema für ein Gespräch gerade mit einem Muslim als »Gespräch zum Advent« anbietet, muss man wohl bezweifeln. Winfried Belz, Wilhelmsfeld

Endlich thematisiert Publik-Forum die zentrale Frage: Wie kommt Gott in die Welt? Der Zen-Meister Pater Enomiya Lassalle SJ (1898-1990) hätte die Frage als »Koan« stellen können, als eine Frage, die viele andere öffnet. Zum Beispiel: Welcher Gott denn? Oder: Wie kommt der Mensch, wie komme ich zur Welt? Leider ist das Thema in dem Gespräch schnell abgehandelt – zwei Männer, zwei Antworten. Die erste Antwort ist: Gott kommt durch seine Menschwerdung in die Welt. Ankunft Gottes in der Welt durch die Geburt des Christuskindes. Die zweite Antwort ist: Nein, er muss gar nicht erst kommen, er ist immer schon da. Auf der logischen Ebene ist das eine Einladung zur Auseinandersetzung, es wird spannend. Zu dieser Auseinandersetzung kommt es leider nicht. Klaus-Werner Stangier, Bergisch Gladbach

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