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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Was rettet den Euro?

von Wolfgang Kessler vom 28.09.2012
Die Politik versucht, der Euro-Krise Herr zu werden. Doch mit welchen Rezepten? Die einen wollen Banken und Hedgefonds retten – auf Kosten der Armen. Die anderen träumen gleich von einem Euro nur für Reiche. Dabei geht es um mehr als eine Währung. Wer rettet den Euro vor den Euro-Rettern?
Eine radikale Sparpolitik stürzt viele Menschen in Armut.  (Foto: pa/Dedert)
Eine radikale Sparpolitik stürzt viele Menschen in Armut. (Foto: pa/Dedert)

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble können aufatmen. Die Verfassungsrichter haben ihre Politik zur Rettung des Euro gebilligt. Der Deutsche Aktienindex steigt, der Euro auch. Und doch ist die Krise längst nicht überwunden: In Griechenland geben Schulen Milch und Kekse während des Unterrichts aus, weil Kinder unterernährt in die Schulen kommen. Jeder zweite Spanier unter 25 ist arbeitslos. Portugal verscherbelt Betriebe zum Spottpreis an reiche Angolaner und Chinesen. Für die Deutschen ist die Eurokrise der »Angstmacher Nummer eins«, so eine Umfrage. Und nicht nur dies: Die Bürger zweifeln inzwischen sogar an der Europäischen Gemeinschaft, weil sie den Strategien zur Rettung des Euro misstrauen.

Der Euro könnte Symbol für eine große Vision sein

Dabei könnte der Euro das Symbol für eine große Vision sein: ein Währungs-Dach über einem gemeinsamen Haus Europa, in dem Ziele wie Demokratie, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit mehr zählen als im US-Kapitalismus oder in der chinesischen Diktatur. Der Euro könnte Schutz bieten vor Spekulanten, die Währungen einzelner Länder leichter angreifen können als die Währung eines Großraumes. Die Eurozone könnte Wohlstand für alle fördern, wäre sie mit einer Wirtschaftsunion eingeführt worden, die die schwächeren Länder stärkt, bevor sie in die Krise schlittern. Doch genau diese Vision wollten diejenigen nicht, die heute den Euro retten sollen.

Die Gründerväter des Euro wie der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel wollten den Euro als gemeinsame Währung, in der die Unternehmen leichter exportieren und die Staaten leichter importieren können: ein Euro von Starken für Starke. Um die

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