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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
Der Inhalt:

Von Bergleuten, Flüchtlingen und der AfD

von Britta Baas vom 21.08.2019
Was bewegt die Sachsen vor der Wahl? Und wie kann man rechte Protestwähler zurückgewinnen? Ein Gespräch mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping, die auch für den SPD-Vorsitz kandidiert
Im Gespräch bleiben: Das will Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping mit Einheimischen und Geflüchteten, wie hier im sächsischen Heidenau (Foto: PA/DPA/Oliver Killig)
Im Gespräch bleiben: Das will Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping mit Einheimischen und Geflüchteten, wie hier im sächsischen Heidenau (Foto: PA/DPA/Oliver Killig)

Publik-Forum: Frau Ministerin, Sachsen steht vor der Landtagswahl. Bei den Europawahlen im Mai wurde die AfD in Ihrem Bundesland stärkste Kraft. Fürchten Sie sich vor dem 1. September?

Petra Köpping: Furcht ist kein guter Ratgeber. Ich sage mir: »Du musst weiter mit den Menschen reden, sagen, wofür die Parteien stehen.« Die Frage, warum so viele Menschen mit Distanz zur Demokratie leben, beschäftigt mich sehr. In dieser Situation kämpfe ich um jeden Einzelnen. Niemand soll sagen können: »Ach, die da oben! Die interessieren sich doch sowieso nicht für uns!«

Wie konnte es zu diesem Verdruss kommen?

Köpping: Menschen, die Arbeitslosigkeit, Umschulungsmaßnahmen, ja einen kompletten Abbruch ihrer Berufsbiografie erlebt haben, sagen: »Meine Lebensleistung ist nicht anerkannt worden.« Das ist schlimm, zumal sie sich als Teil einer Aufbaugeneration fühlen. Ostdeutschland ist ja seit 1990 völlig neu strukturiert worden. Der Widerspruch zwischen diesem Aufbau und den persönlichen Härten ist schwer zu ertragen.

Aber auch Gutsituierte wenden sich von der Politik ab oder wählen AfD. Warum?

Köpping: Die Globalisierung macht Angst, die Ansprüche, die mit ihr verbunden sind. Die Leute, die sich ein gutes Leben aufgebaut haben, denken jetzt: Ich habe eine derart tiefgreifende Veränderung einmal geschafft; ein zweites Mal schaffe ich es nicht.

Die Menschen zermürbt der Anspruch, für alles selbst verantwortlich und doch nicht Herr der Lage zu sein?

Köpping: Ja. Andere fühlen, dass die Globalisierung

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