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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Trump stärkt die Revolutionsgarden

von Britta Baas vom 04.11.2018
Im Iran wächst der Unmut. Die US-Sanktionen werden ab dem 5. November weiter verschärft. Sie treffen das Land schwer. Wie lange noch hält sich die Theokratie? Eindrücke einer Reise
Irans Revolutionsgarden: viel mehr als nur eine militärische Macht. (Foto: pa/Reuters/ Tasnim News Agency)
Irans Revolutionsgarden: viel mehr als nur eine militärische Macht. (Foto: pa/Reuters/ Tasnim News Agency)

Es ist nur ein Rastplatz an der Schnellstraße, irgendwo zwischen Kermanshah und Sanandaj. Hier, im Nordwesten des Iran, in kurdischem Siedlungsgebiet, ist die kurze Pause der Reisegruppe aus Deutschland fast vorbei. Da steht auf einmal ein Hüne von Mann auf dem grünbewachsenen Randstreifen, in Kurdenhosen und mit Schnurrbart. Er beginnt ein Gespräch. Nichts Ungewöhnliches im Iran dieser Tage, in denen man täglich auf Menschen trifft, die reden wollen: über ihr Land, seine Krise, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Doch dieser Kurde lässt alle Zurückhaltung und Vorsicht fahren. Wir, die Deutschen, haben seiner Meinung nach etwas zu bieten, das der Iran dringend brauchen kann: »Schickt uns Angela Merkel, um uns von unserer Regierung zu erlösen!«

Die Begeisterung für die deutsche Kanzlerin versteht sofort, wer sie mit dem geistlichen Staatsoberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Khamenei, vergleicht. Mit dem Wächterrat kontrolliert er den Präsidenten und sein Kabinett. Die Theokratie versteht sich als religiös legitimierte Herrschaft. Khamenei ist oberster Richter, aber er greift auch in die Angelegenheiten des Parlaments und der Medien ein. Hassan Rohani, der gewählte Präsident, hat kaum politischen Spielraum. Er gilt als reformwillig, doch seine Wahlversprechen kann er nicht halten. Viele Iraner sind davon enttäuscht; doch sie wissen auch, warum er regiert, wie er es tut: Er ist an die Kette gelegt. Ein Mann, dessen Wort an den Mauern der Macht verhallt.

Es ist Ende September; an diesem Abend wird eine wichtige Rede Rohanis in New York erwartet. Die Straßen sind wie leergefegt; Millionen Iraner sitzen vor den Fernsehgeräten. Dass ihr Präsident an der Generalvollversammlung der Vereinten Nationen teilnim

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