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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Strompreis: Nur die halbe Wahrheit

von Barbara Tambour vom 21.09.2012
Über den Strompreis wird der Machtkampf um die Energiewende ausgetragen. Und da sind fast alle Mittel recht. Auch Lügen wie die, dass die Ökostrom-Förderung den Energiepreis in die Höhe treibt
Die Kosten der Energiewende tragen die Bürger über eine Umlage, Atomstrom wird dagegen »unsichtbar« mit Steuergeld gefördert. (Foto: Sergej Toporkov - Fotolia)
Die Kosten der Energiewende tragen die Bürger über eine Umlage, Atomstrom wird dagegen »unsichtbar« mit Steuergeld gefördert. (Foto: Sergej Toporkov - Fotolia)

Es gibt Sätze, die sind nur die halbe Wahrheit. »Die Energiewende macht den Strom immer teurer«, ist solch ein Satz. Würde Pinocchio, das hölzerne Bengelein aus der Feder Carlo Collodis, ihn sagen und dann verstummen – seine Nase würde wohl um einige Zentimeter wachsen.

Richtig ist, dass die Verbraucher auch im nächsten Jahr wieder mehr für den Strom werden bezahlen müssen. Das liegt vor allem an der EEG-Umlage. Sie ist ein Aufschlag auf den Strompreis, mit dem die Förderung regenerativer Energien auf alle Verbraucher umgelegt wird. Der Eigenheimbesitzer in Reutlingen mit einer Fotovoltaik-Anlage auf seinem Hausdach, die Energiegenossenschaft im Hunsrück oder E.ON und Vattenfall mit ihrem Windpark auf hoher See vor Borkum erhalten für den von ihnen erzeugten grünen Strom einen garantierten Preis, der höher ist als der Strompreis an der Strombörse. Das regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Differenz zwischen Garantiepreis und Börsenpreis wird von allen Verbrauchern in Form der EEG-Umlage gezahlt.

9000 Betriebe zahlen keine EEG-Umlage

Von fast allen. Denn das wird von den Kritikern der Energiewende meist verschwiegen: Der Staat hat rund 9000 Industriebetriebe von der EEG-Umlage befreit oder gewährt ihnen hohe Nachlässe. Das soll energieintensive Unternehmen wie Chemiefabriken oder Stahlhütten vor Konkurrenz aus dem Ausland schützen und Arbeitsplätze in Deutschland sichern. In Einzelfällen könnte das einleuchten. Doch auf der Liste stehen auch Firmen wie die Geflügelschlachterei Wiesenhof oder der Himmelberger Mineralbrunnen. Die fragwürdigen Ausnahmeregelungen führen dazu, das

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