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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:
von Joachim Wille, Susannue Götze vom 09.02.2017
In Deutschland tobt ein Streit um die Windkraft. Hunderte Bürgerinitiativen wollen den Bau neuer Anlagen verhindern. Das könnte die Energiewende behindern. Dabei zeigen Beispiele, dass es nicht zu einem Konflikt kommen muss. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Wie viele Windräder in der Landschaft sind okay? Wichtig ist, vor dem Aufstellen der Anlagen vor Ort eine intensive Debatte zu führen (Foto: Lutze)
Wie viele Windräder in der Landschaft sind okay? Wichtig ist, vor dem Aufstellen der Anlagen vor Ort eine intensive Debatte zu führen (Foto: Lutze)

Sie kommen wegen der Windräder: Bürgermeister, Gemeinderäte und besorgte Bürger. Ganze Busse voll. »Windkraft-Tourismus« wird das im Hunsrück genannt. »Wir hatten schon eine Menge Busse hier, aus Bayern, Baden-Württemberg oder NRW«, berichtet Wolfgang Piroth. Die Besucher seien nach der Besichtigung geschockt gewesen, sagt der pensionierte Telekom-Mitarbeiter. Denn: »So schlimm haben sie es sich nicht vorgestellt.«

Wolfgang Piroth aus Argenthal im Hunsrück engagiert sich in der Bürgerinitiative Windkraftfreier Soonwald. Von einer Brücke über die vierspurige Bundesstraße 50 weist er mit der Hand nach Westen. Unter ihm donnern die Fahrzeuge in Richtung Billigflieger-Flughafen Hahn vorbei. Oben, von der Brücke, hat man einen guten Blick in die hügelige Landschaft. Und auf schätzungsweise 150 Windräder. Ohne Plan und Ziel, kritisiert Piroth, seien die bis zu 200 Meter hohen Anlagen errichtet worden. Für den Aktivisten ist das von Masten und Rotoren beherrschte Panorama das schlagende Beispiel für seine zentrale These: »Die Energiewende ist völlig aus dem Ruder gelaufen.«

»So ist es falsch«

Der Pensionär, der viel Zeit in die Bürgerinitiativenarbeit steckt, zieht alle Register. Die Landschaft sei zerstört, es gebe keine freien Sichtachsen mehr, und die Menschen würden krank. »Ich bin ein glühender Verfechter der Energiewende«, sagt Piroth von sich selbst. Und ja, man müsse »raus aus der Verbrennung fossiler Energien«. Doch so, wie es rund um seinen Heimatort im Hunsrück gemacht worden sei, sei es falsch.

Organisierte Bürger gegen Windkraft wie im rheinland-pfälzischen Hunsrück gibt es mittlerweile in Deutschland reichlich.

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