Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

»Ohne Windenergie keine Energiewende«

Warum dezentrale Stromerzeugung unverzichtbar ist. Fragen an die Energieökonomin Claudia Kemfert

Publik-Forum: Wie wichtig ist die Windenergie für die Energiewende?

Claudia Kemfert: Sehr wichtig. Ohne die Windenergie wird die Energiewende nicht gelingen. Dazu gehört neben der Windenergie an Land (onshore) auch die Windenergie auf See (offshore), welche höhere Volllaststunden aufweist, das heißt, die Windräder laufen auf See häufiger, weil es dort kaum Windstille gibt.

Manche Umweltschützer lehnen Windkraft ab, sind aber auch gegen Atomkraft: Ist das möglich: Energiewende ohne neue Windräder – und ohne Atomkraft?

Kemfert: Die Energiewende hat zum Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung in einigen Jahrzehnten auf mindestens achtzig Prozent ansteigen zu lassen. Langfristig soll die Energieversorgung zu hundert Prozent auf erneuerbaren Energien basieren, das heißt komplett ohne Atom- und Kohlekraftwerke. Ohne dabei Windenergie einzusetzen, wird das nicht erreichbar sein. Sie ist ein Eckpfeiler der Energiewende.

Wäre es nicht besser, Windenergie zu konzentrieren – als Offshore-Windparks auf See und im Norden Deutschlands an Land, wo sie ohnehin schon stehen – und andere Regionen wie den Schwarzwald von Windrädern zu verschonen?

Kemfert: Es gibt auch an Land ausreichende, bisher ungenutzte windreiche Standorte. Diese sollte man auch ausschöpfen. Dabei sollte durchaus die Natur geschützt und bestimmte Naturschutzgebiete ausgenommen werden. Um die Energiewendeziele zu erreichen, werden vor allem erneuerbare Energien vor Ort benötigt – auch und gerade in Baden-Württemberg. Neben Windenergie sind das auch Biomasse, Wasserkra