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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2015
Unter die Haut
Sechs Monate mit syrischen Flüchtlingen unter einem Dach
Der Inhalt:

Pro und Contra: Sollen Fußballvereine für Polizeieinsätze bei Spielen zahlen?

vom 28.08.2015
Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen verursachen hohe Kosten. Das klamme Bundesland Bremen stellt diese demnächst den Veranstaltern in Rechnung. Ein Konzept für ganz Deutschland?
Thomas Vorberger (links) sagt: Fußballvereine engagieren sich vielerorts bereits aktiv gegen Gewalt; Polizeieinsätze sollte der Staat zahlen. Ulrich Mäurer widerspricht: Nicht einzelne Vereine sollen für Polizeieinsätze aufkommen, sondern die DFL soll zahlen. (Fotos: privat; Pressebild)
Thomas Vorberger (links) sagt: Fußballvereine engagieren sich vielerorts bereits aktiv gegen Gewalt; Polizeieinsätze sollte der Staat zahlen. Ulrich Mäurer widerspricht: Nicht einzelne Vereine sollen für Polizeieinsätze aufkommen, sondern die DFL soll zahlen. (Fotos: privat; Pressebild)

Thomas Vorberger: Nein, das ist Aufgabe des Staates

Jede Art von Polizeieinsatz ist ein Hoheitseinsatz, auch die Einsätze bei Fußballspielen. Somit müssen die Kosten vom Staat übernommen werden. Auch die Einordnung als Hochrisikospiel nehmen die staatlichen Behörden vor. Dabei wird die Einschätzung des Vereins oder großer Fangruppen nicht berücksichtigt. Zudem gilt die neue Regelung in Bremen bisher nur für den Fußball und nicht auch für andere Großveranstaltungen, wie zum Beispiel den Bremer Freimarkt, während dessen es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Hier werden Fußballvereine deutlich benachteiligt. Im Fall von Werder Bremen nicht nur im Vergleich zu den anderen Großveranstaltungen, sondern auch im Vergleich zu anderen Vereinen in Deutschland. Denn die neue Regelung gilt nur für Bremen. Dadurch kommen auf den Verein enorme Kosten zu, die zu existenziellen Problemen führen können. Das kann nicht Sinn der Sache sein.

Zumal der Verein in Bremen schon viel tut, um kritische Situationen im Stadion zu entschärfen. In Bremen gibt es dafür unter anderem Fanbeauftragte, den Dachverband Bremer Fanclubs und das Fanprojekt, die in verschiedenen Bereichen tätig sind. Sie arbeiten mit den Behörden zusammen, führen Gespräche mit Problemfans oder Fangruppen, die auffällig sind, und sind generell während der Spiele als Ansprechpartner anwesend. Auch bei Auswärtsspielen sind sie dabei, um Eskalationen zu vermeiden. Werder Bremen startet außerdem immer wieder Präventionsprojekte gegen Diskriminierung oder Gewalt. Der Verein engagiert sich also schon aktiv dabei, Eskalationen vorzubeugen und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden. Die Kosten für Polizeieinsätze sollte de

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