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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:
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Sehnsucht nach dem wahren Volk

von Gunhild Seyfert vom 24.09.2016
Wachsende Ängste und Orientierungslosigkeit vieler Menschen bilden den Nährboden für Rechtspopulisten in Europa. Doch was können Kirchen und Christen gegen eine Bewegung tun, die Frustrierte mit Hass und Feindbildern ködert? Erkenntnisse einer Tagung in Berlin
Was hilft gegen Populismus und vereinfachendes Schwarz-Weiß-Denken? Die Kirchen suchen nach Antworten (Zeichnung: Mester)
Was hilft gegen Populismus und vereinfachendes Schwarz-Weiß-Denken? Die Kirchen suchen nach Antworten (Zeichnung: Mester)

Wo immer sie jetzt zu Wahlen antritt, scheinen ihr die Stimmen zuzufliegen. Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr auch in den Bundestag einziehen. Denn wer mit dem Stimmzettel Unzufriedenheit und Protest ausdrücken will, wählt derzeit meistens rechts. Das ist nicht nur in Deutschland, das ist in ganz Europa so. An welche Bedürfnisse und Befindlichkeiten knüpfen diese nationalistischen Parteien und Bewegungen so erfolgreich an? Welche offenen und verdeckten Ziele verfolgen sie? Solchen Fragen widmete sich eine Tagung der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Diakonie Deutschland. Vor allem aber wollte man wissen: Wie können die frustrierten Bürger, die jetzt zu den Rechten laufen, wiedergewonnen werden für Offenheit, Vielfalt und Demokratie im Land? Und was können in besonderer Weise die Kirchen dazu beitragen?

Ein Feind schließt jede Gruppe zusammen

»Wir brauchen die Ängstlichen, um Mehrheiten zu bewegen«, sagte Frauke Petry, Vorsitzende der AfD, ganz offen. Und deren Stimmen bekommt sie auch. Eine nicht genau fassbare Verunsicherung ist ein wesentlicher Grund, warum Bürgerinnen und Bürger bei Wahlen ihr Kreuz bei den Rechtspopulisten machen. Das machte in Berlin auch Wolfgang Palaver, Professor für Systematische Theologie an der Universität Innsbruck, deutlich. Viele Menschen fürchteten den sozialen Abstieg. Auch gebe es große Unsicherheiten im Privatleben, denn die Familien und die Beziehungen der Menschen untereinander hätten sich merklich verändert. Die Gesellschaft sei von Individualismus geprägt, mehr Freiheit bedeute aber auch meh

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