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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:

Ganz laut Nein schreien

Kurse gegen Gewalt und für Zivilcourage sollten in allen Schulen Pflicht sein

Schule kann ein gefährlicher Ort sein für Schülerinnen und Schüler, spätestens seit der Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs am Canisiuskolleg, in der Odenwaldschule oder in Ettal ist das klar. In der Schule kann aber auch eine ganze Menge getan werden, damit Mädchen und Jungen nicht Opfer sexueller oder gewalttätiger Übergriffe werden. Eine entsprechende Initiative – »Schule gegen sexuelle Gewalt« – hat jetzt der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, gestartet. In Kooperation mit 16 Kultusministerien sollen die mehr als 30 000 Schulen in Deutschland dabei unterstützt werden, Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt zu schützen und auch Anlaufstelle für missbrauchte Kinder zu sein.

Das ist gut. Es darf aber nicht bei Hochglanzbroschüren im Lehrerzimmer enden. Gewaltprävention sollte in allen Schulen auf dem Lehrplan stehen und in entsprechenden Kursen angeboten werden. Dort könnten Schülerinnen und Schüler lernen, »Nein« zu sagen, »das will ich nicht« oder »Sie mit dem roten Hemd, helfen Sie mir«.

Oft reicht ein deutliches Nein oder die laute Stimme, um etwa einen Grapscher in die Schranken zu weisen. Doch meist überwiegt beim Opfer die Scham; es schweigt, erstarrt. Dagegen hilft es zu üben, wie man schreit, Aufmerksamkeit erregt, um Hilfe bittet. Und weil das auch nützt, wenn ein Schüler wegen seiner Hautfarbe angegriffen oder ihm das Handy weggenommen wird, sollten solche Trainings nicht auf sexuelle Übergriffe reduziert werden.

Es darf bei solchen Präventionskursen nicht darum gehen, Heranwachsenden Angst zu machen, sondern darum, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, ihre Handlungsmöglichkeiten zu erwei