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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2014
Handeln, als ob es das Gute gäbe
Weihnachten
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Schutzengel und Herzen aus Stein

von Thomas Seiterich vom 21.12.2014
Friede auf Erden, ausgerechnet im besinnungslosen Krieg der Jugendbanden in El Salvador? Die Ordensfrau Hortencia de Villar versucht das Unmögliche
Jugendarbeit, trotz Bandenkrieg möglich und erfolgreich: Plausch vor der Casa de la Juventud. (Foto: Pohl/Adveniat)
Jugendarbeit, trotz Bandenkrieg möglich und erfolgreich: Plausch vor der Casa de la Juventud. (Foto: Pohl/Adveniat)

Weihnachten? »Die Festtage sind brutal bei uns, zu keiner Zeit sonst ist die Gefahr so groß, ausgeraubt oder getötet zu werden«, sagt die Ordensfrau Hortencia de Villar. Denn in diesen Tagen überweisen viele Tausend Salvadorianer, die als Notflüchtlinge in die USA emigriert sind, Dollars an die Angehörigen zu Hause, die sehnlich erwarteten Remesas. »Dann haben viele Leute in El Salvador für einige Tage Geld in der Tasche.« Und den Maras, den kriminellen Jugendbanden, bietet sich an den Festtagen plötzlich eine Vielzahl von finanziell lohnenden Zielen für Überfälle, Drogenverkauf und Raub.

In Popotlán, am Rande der Hauptstadt San Salvador, leben Hortencia de Villar und ihre vier Mitschwestern. Dort betreiben sie hinter Stacheldraht ein Jugendzentrum. Es wird von 1200 Jugendlichen frequentiert. Nach Popotlán fährt kein Taxi. »Zu gefährlich«, sagen die Taxifahrer und lehnen ab. Denn in Popotlán verläuft die unsichtbare Front. In dem Arme-Leute-Quartier tobt der Kampf zwischen den drei gefährlichsten Jugendbanden des Landes, der »Mara Salvatrucha«, der »M18« und den »Surenos«.

Wer getötet hat, trägt eine besondere Tätowierung

Jede der Maras tätowiert ihre jungen Kämpfer im Alter ab zwölf mit einem Stammes-Tattoo. »Wer getötet hat, erhält dafür eine besondere Tätowierung«, erzählt Schwester Hortencia, »daran erkenne ich, wenn ich mit ihm spreche, wie viele Menschen ein Mara-Mitglied bereits getötet hat.« Und die attraktive, kraftvolle 44 Jahre alte Ordensfrau, die als Einwandererkind in Los Angeles in Kalifornien aufwuchs, bevor sie mit achtzehn über die kreative Arbeit ihrer Pfarrei zur Kongregatio

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