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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
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Schenkt ihnen nicht eure Angst!

von Britta Baas vom 22.06.2016
Rechte Populisten spielen mit der Furcht vor dem Fremden. Und allzu viele spielen mit. Britta Baas über den Sog der Angst – und wie man ihm entkommt. Die Titelgeschichte im neuen Publik-Forum
Radikal. rechts, gern populistisch: Neue - und alte - Bewegungen spielen derzeit machtvoll mit der Angst vor dem Fremden. (Fotos: pathdoc/Fotolia; pa/Kahnert; pa/Baumgarten; pa/Huirschberger)
Radikal. rechts, gern populistisch: Neue - und alte - Bewegungen spielen derzeit machtvoll mit der Angst vor dem Fremden. (Fotos: pathdoc/Fotolia; pa/Kahnert; pa/Baumgarten; pa/Huirschberger)

Es gibt immer mehr Menschen, für die ist das Leben eine Rolltreppe abwärts. Aus der Arbeit auf einer festen Stelle mit Kündigungsschutz ist ein Zeitarbeitsverhältnis geworden; Phasen der Arbeitslosigkeit inklusive. Die Familie hält nicht mehr zusammen, die Freunde haben sich auseinandergelebt. Jeder macht seins, und keiner versteht so richtig, was der andere tut. Manchmal trifft man jemanden, zufällig, auf der Straße oder beim Bäcker. Aber was er denkt, was ihm wichtig ist, welche Zukunftspläne er hat? Besser nicht fragen! Denn dann müsste man damit rechnen, auch selbst etwas gefragt zu werden. Was sollte man antworten? Nichts ist mehr so, wie es früher war? Ich habe Angst vor der Welt da draußen? Vor den anderen, vor den Fremden, die anders leben als ich? Die so vieles verändern, das mir einmal vertraut war? Vor dem Terror, den ich abends im Fernsehen sehe, dessen scheinbare Alltäglichkeit mir unheimlich wird? Vor dem Verlust meiner Heimat? Vor dem Verschwinden meines Alltags, wie er einmal war und nie wieder zu werden scheint? Davor, dass ich nicht bestehen kann in dieser Welt, die direkt vor meiner Haustür beginnt?

Angst ist allgegenwärtig. Sie ist eine ambivalente Macht. Einerseits kann sie die Sinne schärfen und den Geist beflügeln. Andererseits kann sie lähmen oder sehr aggressiv machen. Angst ist eine starke Emotion. Fast nichts kann sie toppen. Vielleicht kann es die Liebe. Aber selbst wenn sie dazu in der Lage ist, kann man sie sich nicht einfach irgendwo organisieren. Sie ist ein Geschenk. Ein Glücksfall, der aus der Angst befreien kann. Das Problem ist nur: Oft erkennen die Ängstlichen die Liebe gar nicht. Sie sind so beschäftigt mit ihrer Angst, dass ihnen die Boten der Liebe nicht begegnen können. Ihr Herz ist

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