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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
Der Inhalt:

Späte Beförderung

Papst Franziskus zählt Maria Magdalena zu den Aposteln. Ein starkes Signal

Papst Franziskus hat Maria Magdalena den Aposteln gleichgestellt. Diese Anerkennung für die engste Begleiterin Jesu kommt rund 2000 Jahre zu spät und mag nach außen bloß als eine der vielen Absurditäten in der katholischen Kirche erscheinen. Doch nach innen ist sie ein Signal, das die Position der Frauen in dieser Kirche verändert.

In dem neuen päpstlichen Dekret wird der Gedenktag Maria Magdalenas am 22. Juli zu einem Festtag aufgewertet. Zugleich wird ausdrücklich erklärt, dass sie »mit dem Apostelamt geehrt« wurde und zweifelsfrei »zur Gruppe der Jünger gehörte«. Maria aus Magdala – die Frau, die Jesus bis zu seiner Hinrichtung gefolgt ist und zur ersten Zeugin seiner Auferstehung wurde – sei ein »Paradigma für den Dienst von Frauen in der Kirche«. Damit wird die traditionelle römische Bibelauslegung, wonach Jesus nur Männer in seine Nachfolge berufen und mit der Verkündigung des Evangeliums betraut habe, von höchster Stelle außer Kraft gesetzt. Maria Magdalena bekommt eine wichtige Funktion am Beginn der Kirche und steht damit stellvertretend für die Berufung aller Frauen.

Feministische Theologie und historisch-kritische Exegese haben längst erwiesen, dass der Wanderprediger Jesus von Nazareth und auch die junge Kirche bei der Verbreitung des Gottesreiches keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen machten. Die angeblich biblischen Argumente gegen die Frauenweihe waren immer nur vorgeschoben, um patriarchale Hierarchien zu rechtfertigen, die der Praxis und Botschaft Jesu widersprechen.

Fast zeitgleich hat Papst Franziskus auch eine Kommission eingesetzt, die das Diakonat der Frau theologisch prüfen soll. Mit diesen beiden Schritten hat er die Diskussion über die Beru