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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2012
Wenn es den Himmel gäbe
Gott in der Literatur der Gegenwart
Der Inhalt:

Mut zum aufrechten Gang

Nach der Friedlichen Revolution vor 23 Jahren: Warum wir auch heute Bürgerrechtler brauchen. Ein Plädoyer von Friedrich Schorlemmer
Friedrich Schorlemmer: Ein Mann, der, einst selbst DDR-Bürgerrechtler, um die Gefährdung des Bürgerrechtlers weiß. (Foto: epd/ Niemz)
Friedrich Schorlemmer: Ein Mann, der, einst selbst DDR-Bürgerrechtler, um die Gefährdung des Bürgerrechtlers weiß. (Foto: epd/ Niemz)

Bürgerrechte waren das Sehnsuchtswort im DDR-Herbst 1989; aus der politischen Sehnsucht, die sich so lange schon in fernste Zeiten projiziert hatte, war plötzlich praktische Chance und konkrete Aufgabe geworden. Bürgerrechte verstanden meine Freunde und ich von Beginn an als unauflösbare Verbindung zwischen individuell-bürgerlichen und kollektiv-sozialen Rechten. Von Beginn an – bis heute. Es geht um Brot und Freiheit, um Freiheit und Brot, nicht um Brot statt Freiheit, auch nicht um Freiheit statt Brot. Es gibt keine Vor- oder Nachordnung beider Begriffe.

Heutiges Reden über Freiheit darf kein soziales Privileg sein. Es darf nicht zum gesellschaftsgefährdenden Problem werden, dass das Lied der Freiheit am lautesten jene singen, die sich die Freiheit leisten können, die noch nie in Kellerlöchern gesessen oder jahrelang vergeblich als Bittste