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Müssen wir den Kapitalismus überwinden?

»Nein, bloß nicht!«, sagt der Journalist und Volkswirt Markus Reiter. »Nur diesem Wirtschaftssystem gelingt es, die Gier der Menschen in produktive Bahnen zu lenken.« Stimmt das? Debattieren Sie mit! Unsere Pro- und Contra-Reihe #PFDebatte2017 stellt sich großen Fragen der Zukunft
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Müssen wir den Kapitalismus überwinden? Journalist und Volkswirt Markus Reiter sagt: »Bloß nicht!«. In der kommenden Ausgabe von Publik-Forum widersprechen ihm Norbert Bernholt und Bernd Winkelmann. (Foto: iStock by Getty/bluejayphoto)
Müssen wir den Kapitalismus überwinden? Journalist und Volkswirt Markus Reiter sagt: »Bloß nicht!«. In der kommenden Ausgabe von Publik-Forum widersprechen ihm Norbert Bernholt und Bernd Winkelmann. (Foto: iStock by Getty/bluejayphoto)
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Raubtier-Kapitalismus. Investoren als Heuschrecken. Spielcasino der Gierigen. Wer sich anschickt, den Kapitalismus zu verteidigen, muss sich gegen eine Vielzahl suggestiver Metaphern zur Wehr setzen. Wer will sich schon mit einem Raubtier gemeinmachen, das unschuldige Lämmer reißt? Oder mit einem Heuschreckenschwarm, der wie in der achten biblischen Plage über fruchtbare Äcker herfällt? Diese Sprachbilder verschleiern jedoch den Blick auf die Fakten und erschweren es, Argumente nüchtern zu wägen.

Noch um die Jahrtausendwende galt als hoffnungslos vorgestrig, wer den Kapitalismus infrage stellte – oder auch nur soziale Verantwortung und staatliche Eingriffe in die Marktwirtschaft forderte. Mit der großen Schulden- und Eurokrise hat sich der Wind gedreht. Heute werden sogar selbstverständliche marktwirtschaftliche Vorgänge als neokapitalistische Exzesse gebrandmarkt, zum Beispiel wenn eine Firma pleitegeht, weil sie schlecht gewirtschaftet hat. Selbst dass Unternehmen danach streben, Profit zu erwirtschaften, erhält das Odium des Amoralischen.

In Deutschland misstraut inzwischen rund die Hälfte der Bevölkerung dem Kapitalismus – ungefähr genauso viele wie dem Sozialismus. Etwas mehr als die Hälfte der 18- bis 29-jährigen US-Amerikaner äußert sich antikapitalistisch. Bei ihnen ist diese Wirtschaftsordnung sogar unbeliebter als der Sozialismus. Rechte wie linke Populisten, neomarxistische Denker wie bürgerliche Intellektuelle sind sich einig: Der Kapitalismus sei dem Tode geweiht. Er schaffe unerträgliche Ungleichheit und sei verantwortlich für die Ausbeutung von 99 Prozent der Weltbevölkerung. Wie und warum also den Kapitalismus verteidigen? Für ihn lassen sich zwei Argumente finden. Erstens: Es gibt nichts Besseres. Zweitens: Er entspricht der Natur des Menschen.

Präziser formuliert lautet dieses Argument: Bislang hat noch niemand eine befriedigende Alternative zum Kapitalismus gefunden. Drei Wirtschaftsmodelle sind im Wesentlichen in der Geschichte der Menschheit seit der neolithischen Revolution ausprobiert worden:

1. Die Sklavenwirtschaft. Sie war von der Antike und bis weit in die Neuzeit unumstritten und funktionierte in vorwiegend agrarischen Gesellschaften. Zum Glück gibt es nicht mehr viele Menschen, die die Sklaverei moralisch rechtfertigen. Zudem ist es in einer hochspezialisierten Gesellschaft ziemlich unproduktiv, sich Kardiologen und hochqualifizierte Programmierer als persönlichen Besitz zu halten.

2. Der Feudalismus. In der Theorie gewährten dabei die Lehnsherren Schutz und Fürsorge; die Lehnsnehmer versprachen im Gegenzug Dienstleistung und Gehorsam. Die Folge: Unfreiheit der Vasallen und eine undurchlässige Gesellschaft. Auch hier hält sich die Zahl der Verteidiger heute in Grenzen, obgleich es feudale Herrschaftsformen auf der Welt noch gibt.

3. Der Sozialismus. Er hat wesentlich mehr Anhänger und gewinnt neue hinzu. Unglücklicherweise hat diese Alternative noch nie funktioniert. Im Sozialismus sind die Bürger im Allgemeinen ärmer, unzufriedener und unfreier.

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Sowohl Sozialismus als auch Kapitalismus haben viele Krisen durchlebt. Der Unterschied: Der Kapitalismus mündete nach jeder großen Krise in einen reformierten Kapitalismus. Sozialistische Systeme hingegen mündeten nach ihrer Krise in den Kapitalismus. Das galt für China und Russland und gilt bis heute. Venezuelas »Sozialismus im 21. Jahrhundert« endet gerade im Chaos. Selbst im kleinen Maßstab funktioniert Sozialismus nicht. Fast alle Kibbuze haben mit der Zeit ihre egalitären Eigentumsverhältnisse aufgegeben.

Anders als die Anhänger sozialistischer Systeme machen sich die Advokaten des Kapitalismus keine Illusionen über die Natur des Menschen. Sie erkennen an, dass der Mensch gierig ist. Wer arm ist, will reich werden (am liebsten reicher als sein Nachbar). Wer nichts oder wenig hat, will mehr besitzen als andere. Wer reich ist, will nicht arm werden. Menschen legen sich nur ins Zeug, wenn sie dafür einen persönlichen Gewinn davontragen. Das kann soziale Anerkennung sein. Die Mehrheit bevorzugt jedoch einen materiellen Gewinn. Als Lenin 1921 mit der Neuen Ökonomischen Politik kurzzeitig kleine marktwirtschaftliche Freiheiten für Landwirtschaft und Handel einführte, stieg deren Produktivität unmittelbar an. Man mag das Gier nennen. Fast alle Religionen verurteilen sie und rufen zum Maßhalten auf. Folgenlos.

Natürlich sind Menschen nicht »nur« gierig. Sie sind ebenso zu altruistischem Verhalten fähig. Aber dauerhaft lässt sich der Trieb nicht unterdrücken, ohne in Gewalt zu eruptieren. Man muss ihn in produktive Bahnen lenken. Nur dem Kapitalismus ist das bisher gelungen.

Menschen wollen ein bestimmtes Maß an sozialer Ungleichheit – vorausgesetzt, sie stehen dabei auf der sonnigeren Seite. Unserem Gehirn ist ein kapitalistisches Gerechtigkeitsempfinden eingeschrieben: Wer sich anstrengt und gut wirtschaftet, soll dafür belohnt werden. Darum ist das biblische »Gleichnis von den anvertrauten Talenten« (Matthäus 25, 14-30 und Lukas 19, 12-27) für uns unmittelbar einleuchtend. In diesem Sinne ist kein anderes Wirtschaftssystem sozial gerechter als der hochentwickelte Kapitalismus. Soziale Gerechtigkeit heißt: gesellschaftlich und materiell aufzusteigen. Von den 50 reichsten Menschen der Welt haben sich 34 ihr Vermögen selbst erarbeitet – mit einem bescheidenen Startkapital. Im Kapitalismus geht es nicht um Rasse, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Weltanschauung – es geht darum, mit seinen Talenten zu wirtschaften. Geld ist ein bemerkenswerter Gleichmacher.

Das führt zur überraschenden Erkenntnis: Der Kapitalismus ist das sozial gerechteste Wirtschaftssystem, das wir kennen. Wichtig ist, auf den Komparativ zu achten. Niemand kann ernsthaft behaupten, der Kapitalismus sei an sich sozial gerecht.

Reichtum ist in ihm naturgemäß ungleich verteilt; mächtige gesellschaftliche Interessen begrenzen Aufstiegschancen; Wachstum hat Grenzen, weil die natürlichen Ressourcen zur Neige gehen; Gier macht blind für Gefahren, etwa der Umwelt oder im Verhältnis zwischen den Menschen. Periodisch durchläuft der Kapitalismus Krisen und Zusammenbrüche, die viele Menschen unverschuldet in Armut und Verzweiflung stürzen, während andere daraus noch reicher hervorgehen. Diese Probleme sollten »innerhalb« des Kapitalismus gelöst werden. Wie hoch Gewinne besteuert werden; wie weit staatliche Vorschriften den Markt regulieren; in welchem Maße Vermögen und Einkommen umverteilt werden, um die Chancengleichheit zu erhöhen; welche Pflichten Privateigentum auferlegt – das sind Fragen, die den Kapitalismus in seinem Kern nicht infrage stellen. Wer aber den Kapitalismus als Ganzes stürzen will, muss erklären, wie er illusionslos mit dem größten Störfaktor umgehen will, an dem sämtliche Alternativen bislang gescheitert sind: dem Menschen.

Kommentare
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Marwin Hens
19.03.201700:28
Wenn der Kapitalismus dem Wesen des Menschen entspräche, dann wäre Gott unnötig, dann hätte Jesus auch nicht auf die Erde kommen müssen, denn dann wären die Menschen erst gar nicht in der Lage, Gottes Wort aufzunehmen und zu praktizieren und das Reich Gottes bereits auf Erden aufzubauen. Es ist jedoch das tiefe Bedürfnis des Menschen als das Ebenbild Gottes nach einem authentischen Leben ohne menschengemachte (kapitalistische) Entfremdung, in dem die Liebe Gottes einander weitergegeben wird. Die christliche Sozialethik ist grundlegend radikal der Humanität verpflichtet und das ist der Willen Gottes, der durch Jesus geoffenbart wurde. So delegitmierte Jesus sämtliche Kategorien, die dem Kapitalismus (und dessen Wolf im Schafspelz in Gestalt der "sozialen Marktwirtschaft") zugrunde liegen: Geld (auch Götze genannt); Markt(wirtschaft), Ware, Profit (Tempel wird zur Räuberhöhle); Reichtum, wenn andere arm sind ("Kamel durch Nadelöhr"); Kälte und Konkurrenz ("Liebt einander, wie ich euch")
Helmut Krüger
15.03.201715:17
@Jean-Claude Feltes,

ich denke grundsätzlich genauso: Es gilt, die eingeschliffenen Koordinaten zu verlassen. Die so bezeichneten "-ismen" sind ja im Prinzip geistige Übersteigerungen von etwas, was im Kern einmal seinen guten Sinn hat(te).

Überholt scheint mir die Behauptung, dass Individuum und Gemeinschaft ein Gegensatz sei. Jedes Individuum wird im Endeffekt ein recht isoliertes Individuum, dem auch aller materieller Zierrat nichts mehr hilft, wenn es nur versuchte, die Gemeinschaft an ihrem Gängelband zu führen. Und jede Gemeinschaft wäre ein Koloss auf tönernen Füßen ohne erkennbare Individuen in ihr, würde in verheerender Weise versucht, Individuen unter ihre Knute zu zwingen und ihre Schöpferkraft zu kanalisieren.

Das Wirkung des Ersten ist überbordende Allmachtsphantasie, begleitet von einer kapitalen und technischen Hybris, mithin Explosion, das Zweite markiert den Untergang des Staatssozialismus - Implosion.
Jean-Claude Feltes
13.03.201716:50
Erstaunlich finde ich, dass es für viele Menschen nur zwei Alternativen gibt: Kapitalismus oder Kommunismus. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schien es ihnen, als sei damit bewiesen, dass nur der Kapitalismus das "gute" System sei. Wir können in diesem Irrglauben leben, weil die fatalen Konsequenzen auf andere (in anderen Ländern) abgewälzt werden.

Aber gibt es wirklich keine Alternativen?
Ich glaube die gibt es wohl, man müsste nur danach suchen. Mir fällt dazu eine Analogie aus der Mathematik ein: jahrhundertelang kannte man nur ganze Zahlen, dann Bruchzahlen, dann reelle Zahlen. Richtig interessant wurde es mit der Entdeckung der komplexen Zahlen, die sozusagen "quer" zur reellen Achse liegen. Gibt es vielleicht Wirtschaftssysteme, die "quer" zu der Achse Kapitalismus - Kommunismus liegen?

Ein solcher Kandidat könnte die Gemeinwohlökonomie sein, aber bestimmt gibt es noch ähnliche fruchtbare Ansätze
Helmut Krüger (Potsdam, vorm.Hmb. u. Flensb.)
09.03.201715:21
@ Albert Seitzer u. a.

ich selber bin davon überzeugt, dass sich die so bezeichnete "Systemfrage" nicht systematisch lösen lässt, nur unsystematisch. Das soll keine verbale Haarspalterei sein, vielmehr meine ich das als Denkanstoß, dass entworfene Denk- und Handlungssysteme immer nur Hilfsmittel zur Erklärung bzw. "Begradigung" der recht ungestümen Wirklichkeit sind, nie aber ihr Abbild.

Darin liegt, so glaube ich, die verheerende Verwechselung, aus einem bloßen Hilfsmittel einen Zweck zu konstruieren. So muss auch der so bezeichnete Kapitalismus nicht überwunden werden, nur als Denk- und Handlungssystem nach und nach losgelassen.

Noch nie hat eine Sache auch nur einen einzigen Menschen gezwungen. Zwingen kann sich der Mensch nur mit Hilfe einer Sache selbst. Das gilt m. E. auch für die zur Doktrin ausgerufenen "-ismen". - Geld ist kein Zweck, Geld hat keinen Zweck, Geld ist Mittel.

Walter Montigny
06.03.201712:40
Historisch belegt ist, dass Kapitalismus Korrekturen nur so weit zulässt, wie seine Repräsentanten Profitminimierung „ertragen“ wollen. Hierzu bedient man sich einer Lobbyisten Schar, um politische Entscheidungen zumindest zu beeinflussen. Es ist daher naiv zu unterstellen, dass sich eine soziale Komponente im Kapitalismus entwickeln könnte, die diese Bezeichnung auch verdient hätte.
Mag sein, dass der Armutsbericht für Deutschland noch zu relativieren ist. Was aber die Gefahr birgt, dass die übersehen werden, die sich abgehängt fühlen. Spätestens, wenn man über den Tellerrand Deutschland blickt, wird die wahre Dimension des Wirtschaftssystems deutlich, selbst innerhalb der EU. Das Elend der Ausgeschlossenen wird sichtbar.
Um mehr Gerechtigkeit und Partizipation intern und weltweit zu schaffen ist es zwingend, Profitorientierung in Schranken zu verweisen. Wie man das Ergebnis dann nennt, ist eigentlich gleichgültig.
mindblog
05.03.201717:01
Merkwürdig finde ich bei den Betrachtungen zum Kapitalismus, dass man ihn "objektiv" betrachtet und abhandelt, so als ginge das einen persönlich gar nichts an. Da sind wir in Deutschland vielleicht auf Grund des allgemeinen Wohlstandes und der sozialen Absicherung ein wenig verwöhnt, so dass man die Verwerfungen im persönlichen Leben gar nicht merkt. Durch Arbeitslosigkeit persönlich betroffen rückt für mich das ganze Dilemma auf einmal ganz nah ins Zentrum meiner Existenz
Albert Seitzer
03.03.201710:46
Interessant ist, dass die Begrenzung auf 1000 Zeichen verhindert die Zusammenhänge insgesamt darzustellen, geschweige denn zu belegen. Näheres siehe bei Naomie Klein: Schockstrategie, 700 Seiten. Vielen Dank an die Kommentaristen für Ihre vielen kleinen Mosaiksteinchen! Unser System ist gekippt, interessanter Weise durch den Vietnamkrieg - siehe Vortrag: Geld regiert die Welt, wer regiert das Geld. Es gibt aber noch Hoffnung, siehe: Wege und Mittel von Mahatma Gandhi und Jesus: Neues Testament. Aber Vorsicht auch in der Bibel gibt es satanische Verse (Hinweis von Jesus). Die USA konnte damals den Vietnamkrieg nicht mehr finanzieren, da machte man einen Deal mit den privaten Banken, diese bekamen die Geldschöpfungshoheit. Das heißt sie stellen legal Falschgeld her (Giralgeld). Nun benötigen diese Globalbanken Kriege um weiter existieren zu können. Vollgeld könnte die Kriege beenden. Vorausgesetzt das Volk beendet die Korruption seiner Schlüsselpolitiker und übernimmt die Verantwortung.
Albert Seitzer
02.03.201722:25
Um bei dieser Diskussion weiterzukommen, will ich mal ein paar Begriffe definieren, damit wir nicht aneinander vorbeireden. Kapital sind Produktionsmittel, also alles was der Produktion von Gütern dient. Güter dienen der Bedarfsdeckung. Kapitalismus bezeichnet eine Gesellschaft in der sich das Kapital bei wenigen ansammelt und die große Mehrheit von den wenigen Kapitaleignern beherrscht wird. Dazu muss die Demokratie untergraben werden und die Regeln (=Gesetze) so gestaltet werden, dass die zu Beherrschenden benachteiligt oder abhängig und die Herrschenden privilegiert werden.(Spieletheorie, Monopoly, Mafiasystem) InDeutschland schlagenLobbyverbändeGesetze vor und korrupteAbgeordnete stimmen ihnen zu. DieZahlungen erfolgen inAufsichtsratsposten, Parteispenden usw..DieseKorruption ist legalisiert.International geschieht es über sogenannteFreihandelsabkommen.Es stimmt also überhaupt nicht,dass es früher keinenKapitalismus gegeben hätte,mal abgesehen, dieZeit als wir nochTiere waren.
Eva Brunnemann
02.03.201717:36
Hallo,
1. wer ist durch Arbeit reich geworden? Fast alle Vermögen werden vererbt.
2. der Markt ist nicht frei, mit Gesetzen durch staatliche Regulierung werden die Reichen immer reicher. Reiche leben von Vermögen nicht von Arbeit. Börsen und Banken lassen sich vom Steuerzahler, Arbeiter retten. Gewinn ist privat, Verlust wird vom Staat getragen.
3. es gibt zu wenig Wettbewerb und zu wenig Innovation durch diese Art Kapitalismus, der überwiegend Verantwortungslosigkeit fördert. So wie es Gesetze und Regeln für viele Bereiche gibt, muss es die auch in der Wirtschaft geben. Wir lassen auch nicht Verbrecher laufen, weil sie die Situation skrupelloser ausgenutzt haben, in der Wirtschaftspolitik schon. Da gehen wir über Leichen.
Britta Baas
02.03.201715:42
@AlbertSeitzer, selbstverständlich können Sie gleich auf Kommentare antworten. Stellen Sie einfach kurz klar, auf den Sie reagieren und schicken Sie Ihren Kommentar ab.
Albert Seitzer
02.03.201714:36
Schade, dass man hier nicht gleich auf Kommentare antworten kann! Sie sind sehr interessant. Bei einigen Kommentaren aus dem Osten, entdecke ich eine ganz andere Vorstellung zum Begriff Kapitalismus und Kapital.
Albert Seitzer
02.03.201700:34
Jesu Gleichnis von den Talenten, als quasi Heiligung des Kapitalismus zu verwenden ist mir zuwider. Jesus hat sich direkt zum Thema Geld und Kapital geäußert und in seinen Aussagen ist eindeutig, dass der Wille Gottes, das Wohlergehen von uns, Gottes Kindern, im Zentrum steht. Somit, auch das Kapital für unser gemeinsames Wohlergehen einzusetzen ist. Man muss gar nicht christlich oder gläubig sein, um den Sinn dieser Forderung zu verstehen. Allein schon biologisch ist sie einsehbar. Unsere Göttlichkeit bzw. Menschlichkeit erlaubt es uns, uns gegen Gottes Willen bzw. das Weltethos zu entscheiden. Wir können Kapital ansammeln oder rauben und einsetzen um uns gegenseitig zu zerstören. Das ist Krieg. Das "-ismus" deutet genau auf diese zerstörerische Verwendung des Kapitals hin. Hinter dieser zerstörerischen Verwendung des Kapitals steht die oft wiederholte Lüge, man könne auf Kosten anderer glücklich werden.
Klaus Pfennigwerth
01.03.201721:21
Als einer, der den „realen Sozialismus“ selbst erlebt hat möchte ich dem Apologeten der Marktwirtschaft mit einem Ostwitz antworten. – Was ist der Unterschied zwischen Marx und Murks? – Marx war die Theorie und Murks die Praxis. Der Osten hat den Kardinalfehler begangen sich auf Konkurrenz (ein Merkmal des Kapitalismus)mit dem Westen einzulassen. Die gewaltigen wie auch gewalttätigen Umwälzungen (Revolutionen wie Ende des 2.Weltkrieges) haben es nicht oder kaum zugelassen positive Aspekte des Sozialismus den meisten Menschen zu vermitteln. Die Gier (sei es Geld-, Macht-, Bedeutungsgier und andere Arten) als starke Triebkraft der menschlichen Evolution war leider auch im Sozialismus (betrifft besonders auch die Führungen) stärker als die schemenhafte Zeichnung der Vorzüge am Horizont. Vorteile des Kapitalismus kann ich nicht erkennen, da die Wachstumsideologie des Kapitals das Ende der Menschheit beschleunigt. Ich hoffe aber noch, daß die Einsicht zur Zurücknahme sich durchsetzt.
Rainer Nolte, Bad Boll
01.03.201721:08
Man muss den Artikel von Markus Reiter gar nicht zu Ende lesen, um ihn zu widerlegen:

Behauptung: Kapitalismus entspreche der Natur des Menschen. Erwiderung: Der Mensch ist seiner Natur nach Ebenbild Gottes, was man vom Kapitalismus nicht behaupten kann.

Behauptung: Es gebe nichts Besseres. Erwiderung: Es gibt noch nichts Besseres.

Ermutigung: Zur Natur des Menschen gehört seine Schöpferkraft (Kreativität); damit schaffen wir das Bessere.

Jens Jürgen Korff
01.03.201720:01
Seine These, dass Gier und Kapitalismus dem Menschen angeboren seien, widerlegt Reiter am Anfang seines Artikels selbst: Dem Kapitalismus gingen zwei andere Wirtschaftsformen voraus, die Sklavenhaltergesellschaft und der Feudalismus (vergessen hat er übrigens die dem noch vorausgehenden Urgesellschaften). Beide beruhten nicht auf dem Prinzip der Gier und des permanenten Wachstums, der permamenten Konkurrenz, das den Kapitalismus auszeichnet. Die Menschheit hat also jahrtausendelang ohne Kapitalismus gelebt und so gezeigt, dass sie das kann. Der K. ist offenbar eine Phase in der Geschichte der Menschheit, in der der Mensch leider weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Wie viel weiter wären wir mit der Lösung zahlreicher Menschheitsprobleme, wenn wir zuallererst kooperieren würden und nicht konkurrieren. Andererseits zeigen wir jeden Tag, in jeder Familie, in jedem Unternehmen, in jedem Verein, dass wir produktiv kooperieren können.
Anne Je
01.03.201714:25
Der Kapitalismus "lebt" von Krisen, die der Mensch verursacht, in verschiedenen Formen.
Die Gier und Macht sind Wegbereiter für den Wirtschaftskreislauf des Kapitalismus? Ja, weil der Profit und die Monopolstellung den Kapitalismus erstarken lässt. Resultierend ist ein Erstarken des Pauperismus, das dem System immanent ist. Je mehr Menschen am Leben nicht partizipieren können, umso mehr muss die Wirtschaft auf diese "Bedürfnisse" eingehen. Der Kapitalismus ist in seinen Wesen clever, ausbeuterisch ( Natur, Kultur und Mensch) und brutal. Er wird selbstzerstörerisch? Mit Marx hat der Kapitalismus ein Gesicht bekommen und seither wissen wir, dass der Kapitalismus nicht unendlich sein kann. Es bleibt die Frage, was passiert, wenn Etwas passiert und es wird Etwas passieren.
Ute Plass
01.03.201712:36
Bin gespannt auf den angekündigten Widerspruch in der nächsten Publik-Forum-Ausgabe. Gehe davon aus, dass dieser
die Ideologie des Homo-Oekonomicus, die der Autor Reiter hier vertritt, ad absurdum führt.
Astrid Dolejsch
01.03.201710:13
Im Artikel von Markus Reiter vermisse ich einiges:
1.) es wird nicht darauf eingegangen, dass nach dem Wechsel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft das Wirtschaftsmodell eben auch einem Wandel unterliegen muss - alles hat seine Zeit, der Kapitalismus ist ein Wirtschaftsmodell mit geschichtlichem Verfalldatum
2.) die Zukunft gehört meiner Meinung nach dem Gemeinwohl-Modell, das der Verfasser nicht einmal erwähnt, sondern mit historisch längst überholten Alternativen arbeitet
3.) der Kapitalismus ist bestimmt nicht das sozial gerechteste Wirtschaftsmodell ... da wurde nicht ansatzweise über das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft nachgedacht
Manfred Althaus
01.03.201709:31
Wir brauchen keinen Systemwechsel. Wir brauchen eine totale Überarbeitung unseres Bildungssystems, dass sich mehr an der Qualität u. nicht an der Quantität des Lebens ausrichtet. Wir brauchen mündige Bürger in unseren Staaten. Der Zulauf der Populisten zeigt, dass, trotz aller negativen Erfahrungen in der jüngsten und längeren Vergangenheit, viele Menschen einen sehr eingeschränkten Entscheidungsspielraum zu haben scheinen. Wir alle schauen in die Türkei, nach Russland u.vor allem in die USA, wo gerade der neue Präsident alle demokratischen Errungenschaften "niedertrumpelt".
Wir alle sind gespannt, ob die Bürger in den genannten Staaten die derzeitigen Herrscher abstrafen u.eine Reform des gesellsch. Miteinanders herbeiführen wollen.
Um dies zu realisieren, braucht es mündige u.aufgeklärte Bürger!!! Zwar eine Herkulesaufgabe, aber auch ein Systemwechsel ist eine Herkulesaufgabe. Bei einem Systemwechsel vertrauen die Bürger auf das neue System und gestalten nicht selbst.
Harald Schiefer
01.03.201709:18
Kapitalismus ist gar nicht das Problem, weil an sich nicht schlecht. Kapitalismus bedeutet im Grunde lediglich den Einsatz von finanziellen Mitteln, um etwas ins Werk zu setzen.

Allein wer der Profiteur der Erträge dieses Einsatzes von Geld ist, welche Intention er verfolgt und wie die Gewinne (für wen oder was) verwendet werden, ist wirklich maßgeblich, denn da liegt die eigentliche Krux der Ungerechtigkeit und Ungleichverteilung in unserem System. Vom Establishment gewollt und politisch umgesetzt, fließt die, tatsächlich doch von uns allen erarbeitete, Rendite stetig nur in eine Richtung: von unten nach oben, von fleißig nach reich!

Methaphorisch mit dem Nutzen eines Messers verglichen, hängt es allein davon ab, wie bzw. in welchem Geist der Einsatz (hier der durch Arbeitsleistungen erwirtschafteten Gewinne) erfolgt: In den Händen eines versierten Chirugen kann ein Messer leben retten, in den Händen einer Verbrechers tödliche Verletzungen zufügen.
Klaus- Uwe Koid
01.03.201709:11
Dieses System muss unbedingt überwunden werden. Zulassen der kranken Eigenschaften des Menschen und weiteres Spielen damit sind gefährlich.
Für das Mantra "Wachstum" hat unsere Erde, haben die Menschen keine Ressourcen mehr - es sei denn, ein neuer Krieg schafft neuen Ressourcenaufbau, neues "Wachstum".
Eine Alternative braucht aber Grips, jede Menge Vernunft und globales Verständnis von Menschlichkeit bei einer großen Mehrheit.
Helmut Krüger, Potsdam
01.03.201708:32
Selbstverständlich ist immer alles da und nahezu nichts könnte es geben, was nicht da ist. Die Frage, die sich in Richtung Gier für mich stellt, ist diejenige, ob wir uns angesichts eines immer hochgezüchteteren technischen Apparats diese Selbstkorrekturen überhaupt noch leisten können. Die andere Lösung bestünde eher in der Erkenntnis, von einer handfesten Neurose zu lassen: Sprich, dass dasjenige, was eh schon groß ist, ganz pauschal und durchgängig noch größer werden müsse. Das ist ja Grundlage jeglichen "-ismus". Die Lösung wäre hier ein größerer Anteil von Demut, von spezifischen Lösungen.
Christtraut Handke
28.02.201723:22
Ich habe 38 Jahre in der DDR gelebt und möchte sie nicht wieder haben. Allerdings finde ich heute noch, dass es von den Verdiensten her wesentlich gerechter zuging als heute.

Chr. Handke
Dr. Siegfried Ecker
28.02.201723:16
Lieber Wolfgang, schade dass ihr solch unqualifizierte Propaganda überhaupt abdruckt. Der Mensch ist schlecht und da hilf nur Kapitalvermehrung. Das grenzt ja fast an das, was M. Rohnheimer in der FAZ von sich geben darf: Der Papst ist Peronist und das ist falsch. Der Wahlkampf gegen die Sozen, beginnt der auch bei euch? Siegi Ecker
Martin Vogell
28.02.201721:13
Wenn die Menschheit eine Zukunft auf diesem Planeten haben will, muss sie die Ideologie des Kapitalismus in seiner jetzigen Form überwinden und den Weg in ein gemeinwohlorientiertes Weltwirtschaftssystem finden.
Der Versuch, mit dem biblischen »Gleichnis von den anvertrauten Talenten« kapitalistische Profitorientierung christlich zu begründen, befremdet.
Der Kapitalismus folgt dem Gesetz der "Welt", wonach der Stärkere den Schwächeren verdrängt. Jesus Christus hat seine Jünger gelehrt, dieses "Naturgesetz" zu überwinden.
Dazu fällt mir das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ein, von denen jeder am Ende des Tages den gleichen Lohn erhält ( Mt 20,1-16).
Die Aussage beider Gleichnisse lautet für mich in der Zusammenfassung: Jeder nach seinen Fähigkeiten - jedem nach seinen Bedürfnissen.
J. Dirr
28.02.201721:03
..Ja,der Kapitalismus muß genau so überwunden werden wie der Kommunismus.Das Einzige,das Sinn macht,ist eine "Soziale Marktwirtschaft" die von einer demokratisch gewählten Regierung durch strenge Gesetze vor Machtmißbrauch und Geldgier geschützt u. geregelt wird, zum Erhalt von Freiheit,
soz.u.individueller Sicherheit mit entsp.
Machtinstrumenten u. Teilung der 3 unabhängigen Bereiche, wie Legislative, Exekutive u. Justiz unter Berücksichtigung
vom Schutz der Umwelt,der Resourcen und der
Vision einer gerechten Zukunft für die nachfolgenden Generationen.

Ute Plass
28.02.201720:31
Eine pauschale, wie irreführende Schlussfolgerung, die Markus Reiter zieht, wenn er behauptet, “dass sämtliche Alternativen am Menschen gescheitert sind.”
Er verschleiert, dass Menschen nicht in einen luftleeren Raum, sondern in ganz konkrete gesellschaftliche Machtverhältnisse hinein geboren werden, die ihr
Fühlen und Denken entscheidend mit formen. Das bedeutet, dass das vorherrschende, von Profit und Konkurrenz getriebene Wirtschaftssystem eine Gier fördert, die dem kapitalistischen
System innewohnt und eben nicht dem Menschen in die Wiege gelegt wird.
Wenn Kindern und Heranwachsenden von Beginn an auch soziale, kooperative Werte vermittelt werden, die das gute Leben aller im Blick haben, dann eröffnet das mit einen Weg
in eine solidarisch-ökologische Ökonomie, die ein zerstörerisches System wie den real existierenden Kapitalismus überwinden kann.
https://www.grundeinkommen.de/26/02/2017/einander-sola-gratia-sein-oder-wir-sind-alle-frei-in-fuersorgeabhaengigkeit.html
Manfred Althaus
28.02.201719:39
Ich sehe es ähnlich wie Herr Reiter.
1.Der Mensch ist nun mal so wie er ist.
2.Der Wechsel v.e. Ges.Modell i.e. anderes Modell hat bisher keinen grunds. Wertewandel gebracht.
3.Der Kapitalismus in der westl. Welt hat für 71 Jahre Frieden gesorgt. Damit haben wir beste Voraussetzungen für eine Neuausrichtung.
4.Die derzeit instabile Welt hat auch ihre Ursache vor allem in der Loslösung des Finanzkapitalismus u. der Wirtschaft von gesellschaftlichen Bindungen. TTIP lässt bereits jetzt grüßen.
5.Wir brauchen eine inhaltliche Diskussion in allen Gesellschaftsebenen über die Werte menschlichen Lebens u. dies als Globalisierungsdebatte.
6.Umweltverschmutzung,Ressourcenverbrauch, Finanzkrise u. Heuschreckendiskussion ist in allen Regionen der Erde ein Thema. Sie kann damit Grundlage einer neuen, auf Augenhöhe geführten u. vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Verantwortung f. unsere Erde, geführten Wertedebatte sein.
7. Wir haben keine Zeit für neue gesellsch. Experimente.
Roland Jurgeleit
28.02.201718:44
Beim ersten flüchtigen Drüberlesen fallen mir gleich zwei wesentliche Fragen auf:
1. Es ist unzulässig daraus, dass etwas bisher nicht funktioniert hat, zu schließen, es werde nie funktionieren.
2. Nur das in den Blick zu nehmen, was bisher probiert wurde, zeugt von verengtem Blick. Was ist mit den Ideen von Leopold Kohr zum Beispiel?
So gesehen finde ich den Kapitalismus nicht sehr üerzeugend verteidigt.
Marianne Bohrer
28.02.201718:31
Selten so einen vereinfachenden Artikel gelesen. Sklavenwirtschaft und real existierenden Kommunnismus. Einfacher gehts nicht mehr. Was ist mit dem dritten Weg von Ota Sik? Globalisierung kann doch nicht alles sein. Außerdem wenn die Menschen alles haben, was sollen sie noch kaufen? Und die die noch was kaufen wollten haben kein Geld. So kann auch Kapitalismus nicht funktionieren
Andreas Döring
28.02.201718:04
Als Kommentar dazu reicht es schon den Papst zu zitieren: "..diese Wirtschaft tötet ..." Und eine Wirtschaft, die tötet kann niemals zukunftsfähig sein! Und Markus Reiter zeichnet das Bild eines Kapitalismus, wie er in den wohlwollenden Lehrbüchern vergangener Zeiten beschrieben wurde, als es noch nicht diese absurde Form des globalisierten Marktes gab! War es in einem nationalstaatlichen Kapitalismus noch - in bescheidener Form - möglich ihn " innerhalb" zu reformieren ist dieses im globalisierten Kapitalismus grundsätzlich nicht mehr möglich! Also: für die nächsten großen Krisen, die unzweifelhaft bevorstehen, wird es keine Lösung mehr geben! In dem dann entstehenden Chaos werden sich viele Menschen noch nach einem " Sozialismus" zurücksehnen - aber es wird wohl zu spät sein! Natürlich ist der Sozialismus das gerechteste System, das wir kennen und ganz sicher nicht der Kapitalismus!
Thomas Kopfer
28.02.201717:54
Der Artikel greift in jeder Hinsicht zu kurz und ich kann ihm im Resumee nicht folgen, denn er lässt außer Acht, dass die Idee der Volkswirtschaft, wie auch Statistik, immer vom Staat bzw. den Mächtigen ausging, die über die Ressourcen verfügen, im Kapitalismus eben das Kapital, und damit die Werktätigen immer ausnutzen können. Es ist allgemein bekannt, dass durch Arbeit reich zu werden fast nie funktioniert, als Unternehmer schon.
Hinzu kommt, dass die historische Aufzählung einen Fortschritt suggeriert, der vermutlich aber faktisch marginal ist. Andererseits schließt diese Betrachtung eine Weiterentwicklung oder ein neues System nicht aus. Nur auf die Gier und weil der Mensch so den Kapitalismus so sei ist nicht anderes als Naivität, zumal die Gründe zu kaufen bzw. zu wetten eben nicht rationalen Motiven, wie der Gruppe in der man lebt, Egoismus, Neid auf den Nachbarn, Erwartungen der Gesellschaft, Karrierestreben. Der Beitrag ist vordergründig und ungenau!
Ullrich Walter
28.02.201717:42
Ich stimme Herrn Reiter zu. Ich habe selbst den Zerfall des Sozialismus erlebt, welche Entbehrungen und Unfreiheiten wir hatten. Wer den Kapitalismus abschaffen will, muss sagen, was danach kommt. Das ist heute ein großes Problem. Denn es weiss keiner, weder die Nationalisten rechts und links. Sie wollen nur zerstören. Natürlich braucht der Kapitalismus von Zeit zu Zeit Reformen, um Auswüchse zu beseitigen, aber das System selber ist gut.
Gerda Maßmann
28.02.201717:42
M. Reiter bezeichnet den Menschen und seine Gier als den größten Störfaktor jedes Wirtschaftssystems. Ist die Vermehrung des Kapitals wirklich ein Maßstab dafür, dass der Mensch seine Gier in produktive Bahnen gelenkt hat?
Buddhistische Gelehrte, Ordensgründer regulieren den Gier-Trieb anders: Nicht-Anhaften, persönliche Armut. Die höhere Lebenserwartung der Ordensmitglieder spricht für einen bewussten Verzicht.
Schaue ich auf die Familie als Keimzelle eines globalen Wirtschaftssystems, so sehe ich neben dem Gier-Trieb den Gut-Machen-Trieb. Das Familiensystem beinhaltet die Grundversorgung und ein Taschengeld für persönliche Extras. In jedem Wirtschaftssystem sollte jeder Mensch das Lebensnotwendige bekommen. Zusätzlich muss Raum dafür sein, dass die Agierenden zufrieden sind, weil sie etwas gut gemacht haben.
Mich überzeugt das Plädoyer von H. Rosa für ein (sozialistisches) Grundeinkommen und einen (kapitalistischen) Komfort-Bonus on Top.
Hartmut Nagel
28.02.201717:36
Leider übersieht der Autor, dass es viele Völker mit einem anderem Denken gab und gibt, die - wie Jesus Christus- den herrschenden Macht-Systemen geopfert wurden. So gesehen, hat sich der Kapitalismus bis heute auch mit brutaler Gewalt seinen Weg durch die Kontinente und die Zeit gebahnt.
Tatsächlich steht die Menschheit vor dem riesigen Schritt in die nachkapitalistische, postmoderne Gesellschaft. Ohne soziale Gerechtigkeit und sinnvolles Verteilsystem wird die Menschheit an der Habgier zu Grunde gehen. Es mag absurd klingen, aber die Weiterentwicklung demokratischer Entscheidungsprozesse, wird gerade durch ein kapitalistisches Werte-System unterlaufen. Die wahren Träger einer Gesellschaft (z.B.Familie oder Ehrenamtliche)sind nicht diejenigen mit dem höchsten Wert. Fazit und einfache Antwort: Kapitalismus stellt als Lebensbedingung die Leistung über den Mensch! Profitorientierung.
Humanismus und Christentum stellen das Leben und den Mensch über deren Leistung!
Karl Berger
28.02.201717:28
Der Kapitalismus ist die Wirtschaftsform der industriellen Revolution: Die Produktionsmethoden werden systematisch verbessert. Aus der Mangel- wird eine Überflusswirtschaft mit ungeahnter Dynamik. Diese Entdeckung wieder vergessen machen zu wollen, ist etwa so klug, wie auf die Nutzung der Elektrizität verzichten zu wollen.
Weil der Kapitalismus aus psychologischen Gründen ein labiles System ist und die Schwächeren nicht von selbst schützt, braucht er zu seiner Regelung die starke Hand der Politik.
Peter Schaller
28.02.201716:40
Dieser Artikel zum Kapitalismus finde ich gut. Er gibt mir als Christ die Einsicht, dass es unter Menschen eben nicht besser geht. Wichtig wäre halt jeglichen Is-mus abzuschaffen und mehr Fairness zu schaffen.
Ich selbst bin unter anderem im Fairen Handel tätig.
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
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