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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
Der Inhalt:

Mit Feinden reden?

Michael Steiner vermittelte als deutscher Diplomat in Krisengebieten auf der ganzen Welt. Ein Gespräch über Demut, geheime Treffen mit den Taliban und die Magie von Verhandlungen. Das Titelinterview in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Wie redet man mit Feinden? Und zwar so, dass Frieden möglich wird? Michael Steiner im Gespräch über sein Leben als Diplomat. (Foto: Bachmeier)
Wie redet man mit Feinden? Und zwar so, dass Frieden möglich wird? Michael Steiner im Gespräch über sein Leben als Diplomat. (Foto: Bachmeier)

Publik-Forum: Herr Steiner, an der Spitze der USA steht nun ein Mann, den man als das glatte Gegenteil eines Diplomaten bezeichnen kann. Ist die Diplomatie auf dem absteigenden Ast, wird jetzt auch verbal aufgerüstet?

Michael Steiner: Es geht hier nicht um einen Mangel an Diplomatie. Es geht um eine Glaubwürdigkeitskrise des politischen Establishments nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Und das eigentliche Desaster wäre, wenn wir Europäer auf diese Krise jetzt keine überzeugende Antwort fänden. Die Folge wäre der Zerfall Europas.

Trump, Erdogan, Putin – wie wichtig sind einzelne Personen wirklich für die Weltpolitik?

Steiner: Das ist eine interessante Auswahl (lacht). Ich hätte Ihnen vor dreißig Jahren wohl eine andere Antwort gegeben als heute. Damals habe ich gedacht, zwischen Staaten sind die objektiven Interessen so stark, dass Personen keine entscheidende Rolle spielen. Heute weiß ich: Das ist falsch. Personen, natürlich auch Sympathien und Antipathien, spielen eine große Rolle in der Politik.

Sollte Europa sich von den USA lösen und eine eigenständigere Politik betreiben?

Steiner: Europa muss sich zunächst selbst finden, bevor es darüber nachdenken kann, eine eigenständigere Politik zu betreiben. Europa fehlt derzeit die Vision. Dabei ist doch klar, dass einzelne europäische Staaten alleine in der Welt keine Chance zur Mitgestaltung haben. Aus meiner Zeit in Indien kann ich nur sagen: Da kommt Europa gar nicht vor. Die USA, China, Japan und Indien werden als große Akteure der Weltpolitik diskutiert. Eur

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