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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
Der Inhalt:

Global, aber fair

von Barbara Tambour vom 02.12.2016
Die Christliche Initiative Romero unterstützt seit 35 Jahren Projekte in Mittelamerika. Und organisiert Kampagnen zu ethischem Konsum

In die Klänge von »Noche de paz« – der spanischen Fassung von »Stille Nacht, heilige Nacht« – mischte sich Gefechtslärm. An diese Mitternachtsmette in El Salvador erinnert sich Thomas Seiterich noch genau. Weihnachten 1988 verbrachte der Publik-Forum-Redakteur im Dorf San José de las Flores – als Mitglied einer Delegation der Christlichen Initiative Romero. Es herrschte Bürgerkrieg. Die Dorfbewohner waren kurz zuvor aus Flüchtlingslagern in Honduras zurückgekehrt. Die Anwesenheit ausländischer Gäste sollte ihnen Schutz vor Übergriffen der Armee bieten.

Ende der 1980er-Jahre war dies ein Schwerpunkt der »CIR« genannten Initiative mit Sitz in Münster: Solidarität mit den Bürgerkriegsflüchtlingen in El Salvador. Sieben Jahre zuvor war sie als »Christliche Initiative El Salvador« gegründet worden. 1985 schloss sie sich mit der Hungerhilfe Nicaragua zusammen und trägt seitdem den 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischof Oscar Romero im Namen. In ihrer Anfangszeit unterstützte die Initiative vor allem Basisgruppen und Basisgemeinden in El Salvador.

Das Aktionsspektrum der CIR hat sich in den 35 Jahren ihres Bestehens enorm geweitet. Heute ist »ethischer Konsum« ein Schwerpunkt ihrer Arbeit: Unter der Frage »Wie fair kauft meine Stadt?« wirbt sie dafür, dass Städte und Gemeinden hierzulande soziale und ökologische Kriterien anlegen, wenn sie Papier, Berufskleidung oder Putzmittel einkaufen. Oder sie deckt Missstände auf Orangenplantagen oder in Geflügelschlachtereien in Brasilien auf und macht deutlich, dass Produkte von dort – Orangensaft und Chicken Nuggets, die unter sklavereiähnlichen Arbeitsbedingungen produziert werden – bei Edeka, Rewe, Lidl und Aldi im Regal stehen. »Wir machen globale und politische Zusammenhänge anhand von Produkten wie Orangensaft oder Chicken Nuggets deutlich«, erläutert Geschäftsführer Thomas Krämer.

Was hat das mit der Ursprungsmission der Initiative zu tun? »Wir wollen unser Engagement für Menschen in Mittelamerika zusammenbringen mit dem Leben hier«, begründet CIR-Mitarbeiter Albrecht Schwarzkopf die Veränderungen.

Zudem verschwand Mittelamerika in den 1990er-Jahren zunehmend aus der deutsc

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