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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2016
Ohne Hoffnung keine Zukunft
Der Inhalt:

»Mein Kampf« – Neudruck stoppen?

vom 16.01.2016
Siebzig Jahre nach dem Tod von Adolf Hitler ist in München kürzlich eine Neuausgabe seines Buches »Mein Kampf« vorgestellt worden – als kommentierte kritische Edition. Ermöglicht diese Neuauflage eine Auseinandersetzung über die NS-Zeit? Oder birgt sie eine Gefahr für die Demokratie? Ein Pro und Contra von Freya Klier und Thomas Krüger
Freya Klier, Autorin und Filmregisseurin, arbeitet in Berlin mit Schülern zum Thema Geschichte. Sie hält einen Neudruck von »Mein Kampf« für unnötig und gefährlich,. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, meint, das Buch dürfe nicht tabuisiert werden, sonst könnte es zum Mythos werden (Fotos: Pressebild Klier; bpb/dahl)
Freya Klier, Autorin und Filmregisseurin, arbeitet in Berlin mit Schülern zum Thema Geschichte. Sie hält einen Neudruck von »Mein Kampf« für unnötig und gefährlich,. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, meint, das Buch dürfe nicht tabuisiert werden, sonst könnte es zum Mythos werden (Fotos: Pressebild Klier; bpb/dahl)
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Freya Klier: Ja, denn die Rechten könnten das Buch puschen

Ich sehe gar keine Notwendigkeit für diesen Neudruck. Was soll er bringen? In Bibliotheken ist das Buch ohnehin zugänglich für die wissenschaftliche Arbeit. Im Internet sowieso. Was ich jetzt fürchte: dass in den Bestsellerlisten auf einmal der Titel ganz oben steht: »Hitler – mein Kampf«. Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Rechtsradikalen, insbesondere die Rechten, die viel Geld haben, die Chance nutzen, ganze Auflagen aufzukaufen, um Adolf Hitler nach oben zu puschen. Da ist es völlig egal, ob da noch später der Hinweis kommt, dass es sich um eine kommentierte Neuau

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Georg Lechner
19.01.201613:40
"Es muss nun darum gehen, neue Wege der Geschichtsvermittlung zu beschreiten, ohne in die alte Personenzentrierung zurückzufallen." Das sehe ich auch so. Wesentlich am Emporkommen Hitlers waren doch drei Punkte: Das Interesse der Reichen, die seine Wahlkämpfe (und die der anderen antidemokratischen Parteien dieser Zeit) sowie die Aufstockung der SA auf eine Million Mitglieder und ihre Bewaffnung massiv unterstützt haben, die sozialen Verwerfungen und der verbreitet vorherrschende kleingeistige Mief, der in der Gegenwart eine erschreckende Parallele im Geschreibsel der Trottoirblätter hat.
Der Geschichtelehrer meiner Gymnasialzeit hatte als Sanitäter im 2. WK "Mein Kampf" als Pflichtlektüre verordnet bekommen und war nach seinem Bekunden bei der Passage: "Man muss den Leuten etwas nur immer wieder sagen, irgendwann glauben sie es dann schon" ausgestiegen.
Mit Freya Klier verbindet mich die Besorgnis vor der Finanzmacht der Rechten.
Assi
18.01.2016
Ich stimme Frau Klier zu: gerade in der jetzigen Zeit kann mit der Neuauflage nur Wasser auf die "rechten Mühlen"gegossen werden. Ich für den Stopp des Nachdrucks: so ein Buch braucht die Welt nicht - bei aller Liebe zur Presse- und Meinungsfreiheit.