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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2017
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent
Der Inhalt:

Kaesers Kasino

Siemens will weltweit 6900 Arbeitsplätze abbauen, davon 3300 in Deutschland. Obwohl der Konzern Gewinne in Milliardenhöhe macht. Die Massenentlassungen sind nicht alternativlos. Kesslers Kolumne
"Es gibt Alternativen zu Massenentlassungen bei Siemens", sagt Publik-Forum-Chefredakteur Wolfgang Kessler (rechts). (Fotos: pa/Kalker; privat)
"Es gibt Alternativen zu Massenentlassungen bei Siemens", sagt Publik-Forum-Chefredakteur Wolfgang Kessler (rechts). (Fotos: pa/Kalker; privat)

Da tourt Siemens-Chef Joe Kaeser durch Schulen und klagt unternehmerische Verantwortung gegen den Kasino-Kapitalismus ein. Doch was der Konzernchef derzeit verlauten lässt, ist absolut verantwortungslos. Siemens will weltweit 6900 Arbeitsplätze abbauen, 3300 davon in Deutschland. Dabei konzentriert sich der Abbau auf strukturschwache Städte und Regionen wie Görlitz, Leipzig, Erfurt oder Offenbach. »Wenn Siemens in Görlitz geschlossen wird, werden wir um Jahre zurückgeworfen«, schrieb der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt an den Konzernvorstand.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 23/2017 vom 08.12.2017, Seite 11
Wie kommt Gott in die Welt?
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent

Zugegeben, es gibt Fälle, in denen Unternehmen Arbeitsplätze abbauen müssen, um das gesamte Unternehmen zu retten. Und die Kraftwerkssparte ist durch die Energiewende ins Trudeln gekommen. Aber: Noch verzeichnet der Konzern Gewinne in Milliardenhöhe. Warum nutzt die Konzernführung sie nicht, um in innovativen Bereichen neue Arbeitsplätze zu schaffen? Und wer trägt die Verantwortung dafür, dass keine vorausschauende Unternehmenspolitik getrieben wurde? Schließlich hat die Energiewende nicht erst gestern begonnen.

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Zudem: Wo bleibt die konzerninterne Solidarität, um Arbeitsplätze zu retten? Wie steht es um die Senkung von Spitzengehältern, um den Verzicht auf Dividenden für Aktionäre, um mit dem Geld Arbeitnehmer zu befähigen, andere Stellen zu ergreifen? Wie sieht es mit der Einführung einer 28-Stunden-Woche für alle aus, um die Arbeit gerechter zu verteilen? So hat einst Volkswagen eine große Krise gemeistert.

Es gibt Alternativen zu Massenentlassungen, die die Existenz von Familien und den sozialen Zusammenhalt ganzer Regionen gefährden. Es wird Zeit, dass die Beschäftigten und die Politik den Siemensvorstand zwingen, darüber nachzudenken.

Kommentare
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Albert Schulz
22.12.201711:10
Facharbeiter in Görlitz auf andere Produkte umzuschulen ist absolut machbar und kostet einen Bruchteil des Konzerngewinns. Wer sich als deutscher Großkonzern der Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und damit auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung entzieht, sollte nicht von unternehmerischer Verantwortung oder gar von einer ethischen Dimension dieses Handels sprechen, sondern die Entscheidung als das benennen, was sie ist: Gewinn-Maximierung im Stil des Turbo-Kapitalismus.
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