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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Ist der Pazifismus am Ende?

von Ruth Misselwitz vom 11.09.2018
Nein. Es gibt keine Alternative zu Gewaltfreiheit, wenn die Menschheit überleben soll, meint Ruth Misselwitz. Mit immer mehr Waffen sind die Probleme nicht zu lösen. Sie antwortet auf den Politologen Jochen Hippler. Ein Beitrag in der Publik-Forum-Debattenreihe »Streitfragen zur Zukunft«
Der Pazifismus ist nicht am Ende meint Ruth Misselwitz, Pfarrerin und langjährige Vorsitzende von Aktion Sühnezeichen (Fotos:  pa/Bildagentur-O; Pramme)
Der Pazifismus ist nicht am Ende meint Ruth Misselwitz, Pfarrerin und langjährige Vorsitzende von Aktion Sühnezeichen (Fotos: pa/Bildagentur-O; Pramme)

Nach Meldung des schwedischen Friedensforschungsinstitutes Sipri wurde weltweit noch nie so viel Geld in Rüstung und Militär investiert: 1,74 Billionen Dollar! Angesichts wachsender Spannungen auf der Welt wird derzeit so stark aufgerüstet wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Auch Deutschland hat seine Rüstungsausgaben deutlich erhöht. Diese Aufrüstungsspirale widerspricht jeglicher politischen Vernunft.

Krieg ist eines der schrecklichsten Übel, das sich Menschen antun. Die Geschichte hat gelehrt, dass es keine »gerechten« und keine »sauberen« Kriege gibt. Die Gewaltexzesse, die sich aus der Dynamik und der Logik eines Krieges entwickeln, entziehen sich oftmals der militärischen Kontrolle, zerstören Leben und verwüsten die Natur.

Spätestens nach dem Einsatz der ersten Atombombe wurde klar, dass diese Waffe alles zerstört, was sie angeblich schützen soll. Solange es Staaten gibt, die für sich den Besitz und die Androhung vom Einsatz der Atombomben in Anspruch nehmen und darüber entscheiden, wer im Besitz dieser Waffen sein darf und wer nicht, wird es weltweit einen Kampf gegen solch eine Vormachtstellung geben. Nur ein für alle geltendes generelles Verbot von Atomwaffen kann die derzeitige wahnwitzige atomare Aufrüstung stoppen.

Zu den Gewinnern von Kriegen gehört nicht die Bevölkerung, sie zahlt – egal auf welcher Seite – vor allen anderen den Preis mit Menschenopfern und Heimatverlust. Zu den Gewinnern gehören auf beiden Seiten diejenigen, die am Boom der Rüstungsindustrie verdienen. Es ist dringend geboten, die Fluchtursachen zu bekämpfen, und das heißt – die Kriege zu beenden. Die Frage, ob der Pazifismus am Ende wäre, ist angesichts der gegen

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Kommentare
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Heidrun Meding
15.09.201812:14
Jeder/m Pazifistin/en dürfte klar sein, daß es Frieden weltweit, also die Abwesenheit von Krieg und Zerstörung, niemals geben darf? Warum nicht?
Weil dadurch das "Geschäftsmodell" des Militärisch-industriellen Komplexes ins Wanken geraten würde, schlimmstenfalls zum Erliegen käme.
Mit der Herstellung von Kriegsgerät werden in den kapitalistischen Staaten (andere gibt es bekanntlich kaum noch) Millionen-, nein Milliardengewinne erzielt.
Diejenigen, die an diesem Rüstungsgeschäft teilhaben, werden einen Teufel tun und ihre Pfründe deshalb mit allen Mitteln zu verteidigen versuchen.
Die größten Kriegsgeräte-Produzenten befinden sich bekanntlich in den USA. Schon deshalb muß die US-Administration alles daransetzen, die Rüstungsproduktion zu stützen. Politiker und ihre Lobbyisten profitieren schließlich an vorderster Stelle ebenfalls von den exorbitanten Rüstungsgewinnen.
Wie können wir diese Spirale der Gewalt stoppen? Darüber sollten wir uns immer wieder Gedanken machen.