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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: »Meine Wunderbäume«

Dawda Colley (85) ist Medizinmann in Gambia. 2000 Heilpflanzen wachsen in seinem Garten und helfen Menschen

Entschuldigung, gleich bin ich wieder bei Ihnen. Heute ist ganz besonders viel los, und ich möchte meine Patienten nicht warten lassen … So, jetzt scheint es eine kleine Lücke zu geben.

Ich habe wirklich viel zu tun hier in Tanji, einer Ortschaft im westafrikanischen Gambia mit nur 6690 Einwohnern. Aber es macht mich einfach auch sehr glücklich, wenn ich Menschen helfen kann, bei denen die Schulmedizin nicht weiterkommt. All das verdanke ich meinem Vater und meinen Vorfahren, die mir ihr Wissen überzeugend und einfach weitergegeben haben. Von ihnen habe ich die unterschiedlichsten Pflanzen und Kräuter kennengelernt, wie sie wirken und wie ich sie am besten zubereite. Aber das war mir nicht genug. Ich bin jahrelang durch ganz Afrika gereist. Ich war im Senegal, in Burkina Faso, Bissau, Mali und in Nigeria, um weiter zu forschen.

Der Austausch mit anderen Medizinmännern in großen Teilen Afrikas hat meinen Horizont erheblich erweitert und meine Motivation für diese Tätigkeit sehr gestärkt. Von überall habe ich Heilkräuter mitgebracht, und etwa 2000 verschiedene Arten in meinem riesigen Garten angepflanzt. Bis eines Tages mein Grund und Boden, den mir die Regierung zugesichert hatte, einfach plattgemacht wurde. Ohne weitere Ankündigung kamen die Planierraupen und haben mein jahrelanges Bemühen um botanische Vielfalt mit einem einzigen Schlag zunichte gemacht. Das war, glauben Sie mir bitte, ein sehr, sehr schwarzer Tag in meinem Leben. Alles war da zerstört, keine einzige Pflanze war mehr brauchbar. Ich war verzweifelt. Aber sollte ich deshalb einknicken, aufgeben?

Ich bin zwar schon alt, aber immer noch ein Steh-auf-Männchen. Nach dem ersten Schock habe ich mich wieder berappelt u