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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2012
Satte Geschäfte
Wie Spekulanten Hunger machen
Der Inhalt:

Gerechter Krieg mit der Bundeswehr

von Bettina Röder vom 05.07.2012
Joachim Gauck lobt deutsche Soldaten als Mutbürger im Auslandseinsatz. Doch Evangelische Friedensdienste üben scharfe Kritik an der Neuausrichtung der Bundeswehr: Wo ist das Leitbild des »gerechten Friedens« verloren gegangen?
Marine-Tanker am Horn von Afrika: Friedensmission oder Kriegseinsatz? (Foto: pa/Marine)
Marine-Tanker am Horn von Afrika: Friedensmission oder Kriegseinsatz? (Foto: pa/Marine)

Sie sitzen einträchtig unter den Bäumen am Berliner Gendarmenmarkt und fiebern. Für Deutschland, wofür sonst? Es geht um das Halbfinale bei der Europameisterschaft gegen Italien. Neben der altehrwürdigen Friedrichstadtkirche ist eine große Leinwand aufgebaut, Zaungäste bleiben stehen. »Entschuldigung, können Sie gut sehen, mein Kreuz ist so breit?«, fragt ein Mann höflich. Die, die hier beisammen sind, an den langen Tischen sitzen oder vor Aufregung stehen, sind aber eigentlich nicht wegen des Spiels hier. Sie sind zum jährlichen Johannisempfang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geladen. Das Fußballspiel, das sie gerade verfolgen, vereint sie: die Kirchenleute und die vielen Gäste aus Politik und Wirtschaft. Was man bei anderen Fragen ganz und gar nicht sagen kann. Insbesondere im Blick auf die Friedensfrage brodelt es unter der Decke, die Geister scheiden sich.

Der Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck bei diesem Empfang der EKD ist dafür nur ein Beispiel. Denn während die einen ihm wohlwollend zustimmen, wenn er die Soldaten der Bundeswehr im Blick auf die Auslandeinsätze zu Mutbürgern einer wahren Armee des Volkes befördert, warnen andere vor diesem für sie fragwürdigen Lob. Und nicht nur das. Die Evangelischen Friedensausschüsse und Friedensdienste haben sich jüngst auf ihrer 32. Friedenskonsultation im rheinischen Königswinter so klar wie nie zuvor öffentlich zur Neuausrichtung der Bundeswehr positioniert. Es geht darum, dass nach den neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien die im Inland verkleinerte Bundeswehr umso kräftiger im Ausland eingesetzt werden soll. Um, wie es heißt, »nationa

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