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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Ein heilsamer Klimaschock

von Wolfgang Kessler vom 18.04.2019
Höhere Spritpreise, teures Fleisch: Bürger und Unternehmen sind entsetzt über die Forderungen der »Fridays-for-Future-Bewegung«. Doch genau diese Vorschläge eröffnen große Chancen
Wolfgang Kessler: »Je teurer fossile Energie, desto billiger ist der Klimaschutz« (Karikatur: Gerhard Mester; Foto: Publik-Forum)
Wolfgang Kessler: »Je teurer fossile Energie, desto billiger ist der Klimaschutz« (Karikatur: Gerhard Mester; Foto: Publik-Forum)

Einen Ausstieg aus der Kohle schon bis 2030 statt 2038 und eine Kohlendioxidsteuer von 180 Euro pro Tonne Kohlendioxid fordern die Schülerinnen und Schüler, die derzeit für das Klima mobilmachen. Das sind durchaus harte Forderungen, denn Benzin, Heizöl, Strom und manche Lebensmittel würden teurer. Andererseits eröffnen diese Forderungen die Chancen auf eine zukunftsverträgliche Wirtschaftspolitik, die Deutschland klimapolitisch zum Vorreiter weltweit machen würde. Und sie bieten einen Anreiz zur Umkehr von einer klimaschädlichen Lebens- und Konsumweise – vorausgesetzt, die Einnahmen aus der Kohlendioxid-Abgabe werden genutzt, um die weniger Wohlhabenden zu entlasten.

Klar, die Forderungen der Schüler würden den Alltag der Menschen tiefgreifend verändern. So hat Spiegel Online errechnet, dass eine Abgabe von 180 Euro pro Tonne Kohlendioxid den Liter Benzin um 43 Cent, den Liter Heizöl um 58 Cent, das Kilo Rindfleisch um 2,58 Euro und den Flug von Düsseldorf nach New York um 657 Euro verteuern würde. Schockierend, werden viele sagen. Doch die Zahlen zeigen eigentlich nur, wie sehr die älteren Generationen derzeit auf Kosten der nachfolgenden Generationen leben. Und sie beweisen einmal mehr, wie sehr ein kleiner Teil der Menschheit über die ökologischen Verhältnisse der ganzen Welt lebt.

Der Schock könnte also durchaus heilsam sein. Zum Beispiel für Wirtschaft und Arbeit. Ein schneller Ausstieg aus der Kohle zwingt zu zusätzlichen Investitionen in erneuerbare Energiequellen und in Speichertechnologien für diese. Wenn diese Investitionen vorzugsweise dort stattfinden, wo die Braunkohlekraftwerke geschlossen werden, wäre dies ein großer Schritt zu einem sozialverträglichen, ab

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