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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
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Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
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Die Jenaer Gegenexperten

von Rebekka Sommer vom 22.02.2013
Bürger kaufen die Stadtwerke: Jena ist die erste große Kommune in Deutschland, die diese Form der Bürgerbeteiligung ermöglichte. Eine Erfolgsgeschichte
Die Genossenschaftsgründer Reinhard Guthke (links) und Martin Berger mischen sich in die Geschäftspolitik der Jenaer Stadtwerke ein. (Foto: Sommer)
Die Genossenschaftsgründer Reinhard Guthke (links) und Martin Berger mischen sich in die Geschäftspolitik der Jenaer Stadtwerke ein. (Foto: Sommer)

Hier scheint jeder jeden zu kennen: Wenn Reinhard Guthke und Martin Berger über den historischen Marktplatz der 100 000-Einwohner-Stadt Jena in Thüringen laufen, grüßen sie nach hier und da. Ein Passant witzelt darüber, dass die beiden sich ein Aushängeschild des Stadtwerke-Informationszentrums unter den Arm geklemmt haben. Damit wollen sie kurz darauf vor dem Rathaus fotografiert werden. Im Stadtwerke-Gebäude sagt ein Mitarbeiter hinter dem Tresen: »Wenn ich gewusst hätte, dass Sie heute kommen, hätte ich meine Beitrittserklärung mitgebracht.« Gemeint ist die Bürgerenergie Jena eG Guthke und Berger haben sie aus der Taufe gehoben.

Bundesweit gibt es mehr als 600 Energiegenossenschaften. Während die meisten eigene Anlagen zur Gewinnung von Grünstrom betreiben, haben Jenaer Bürger zwei Prozent der Stadtwerke gekauft. Ihnen geht es nicht nur um erneuerbare Energien, sondern auch um Transparenz und Bürgerbeteiligung. Die Idee scheint in der Universitätsstadt anzukommen: Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder steigt stetig, jetzt sind es 524.

Der Stein des Anstoßes: E.ON saß im Aufsichtsrat der Stadtwerke

Beim Mittagsbuffet in einem indischen Restaurant in Jenas Stadtkern ziehen Martin Berger und Reinhard Guthke, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerenergie, Bilanz. Sie breiten Unterlagen aus: Werbebroschüren, Protokolle wichtiger Treffen und ein Kurvendiagramm, das die Steigerung der Mitgliederzahlen zeigt. Für Martin Berger, einen großen, dunkelhaarigen Mittvierziger, hatte alles vor vier Jahren mit einem Glas Bier u

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