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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Die Helfer

von Barbara Brüning vom 17.02.2016
Sie verteilen Kleidung und geben Deutschkurse, beraten bei der Jobsuche und unterstützen bei Behördengängen: Ohne Ehrenamtliche ist die Versorgung der Flüchtlinge nicht zu bewältigen. Doch wie lange halten sie noch durch?
Die Helfer, oft bis zur Erschöpfung im Einsatz für Flüchtlinge: Wie lange halten sie noch durch? (Foto:  Hanschke/Reuters)
Die Helfer, oft bis zur Erschöpfung im Einsatz für Flüchtlinge: Wie lange halten sie noch durch? (Foto: Hanschke/Reuters)

Wunderschön sieht er aus, der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. »Erleben Sie eine kompetente Führung durch speziell ausgebildetes Personal, das Ihre Fragen stets fundiert beantworten kann«, steht auf der Internetseite des Bahnhofs. Doch Ijos Bietzker hat bisher niemanden gefunden, der seine Frage beantworten könnte. Sie lautet: Wo sollen die Flüchtlinge, die Nacht für Nacht auf diesem Bahnhof stranden, weil es zwischen 23.46 und 5.01 Uhr keine Möglichkeit zur Weiterfahrt gibt, die kältesten Stunden der Nacht verbringen?

Im November vergangenen Jahres erfuhr Bietzker über Facebook, dass Menschen in der Unterführung des Bahnhofs auf blankem Stein schliefen. Also packte er Isomatten, Thermoskanne und Kekse ein und fuhr einfach mal hin. Und war entsetzt über das Bild, das sich ihm bot. Der Wartesaal ist abgeschlossen. Abgesehen davon, ist er nicht beheizt. Die Menschen, die ankommen, sind aber häufig völlig durchnässt. Sie frieren, sind krank und furchtbar erschöpft, sagt Bietzker.

Ijos Bietzker kennt die Strukturen und die Verantwortlichen in Uelzen und Umgebung. Er hat telefoniert, vorgesprochen und wieder telefoniert. Für diese Menschen ist niemand zuständig. Würden sie in Uelzen bleiben wollen, sähe es anders aus. Aber sie wollen weiter, Verwandte treffen, haben Ziele, von denen sie sich etwas versprechen. Sie sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Menschen wie Bietzker und seine kleine Gruppe in Uelzen helfen, sehr viel Leid zu mindern. Sie springen spontan, unbürokratisch und flexibel dort ein, wo die öffentlichen Hilfsorganisationen versagen. Niemand weiß, wie viele sich derzeit in ihrer Freizeit für Flüchtlinge engagieren. Laut einer Studie des

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