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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Gleiche Rechte für Frauen an der Klagemauer

An der Klagemauer in Jerusalem dürfen in einer besonderen Zone künftig Frauen und Männer gemeinsam beten. Israels Regierung stimmte mit fünfzehn Ja-Stimmen und fünf Gegenstimmen der Einrichtung eines 900 Quadratmeter großen Bereichs zu. In diesem egalitären Bereich werden Thora-Lesungen durch Frauen nicht explizit verboten, auch nicht das Tragen von Gebetsschals und -riemen. Das für die Klagemauer zuständige Rabbinat sieht darin eine Verletzung des jüdischen Religionsrechts. Für die Aktivistinnen der Frauenbewegung »Women of the Wall« ist das Abkommen ein großer Erfolg: »Wir haben uns alle umarmt, das war sehr bewegend«, sagt Anat Hoffman, Mitbegründerin und Direktorin der Organisation, in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. »Es ist eine feministisch-jüdische Revolution.« Seit 1988 hatten sie jeden Monat an der Klagemauer für Gleichheit protestiert, waren beschimpft und bespuckt worden. »Als wir anfingen, waren wir Singles, heute sind wir Großmütter.« Durch den Beschluss finden nun auch liberalere Strömungen ihren Platz an einem zentralen Ort des Judentums. Die anstehenden Umbauten werden etwa zehn Millionen Euro kosten. Bis alles fertig ist, treffen sich die Women of the Wall weiterhin in der Frauen-Sektion zum Gebet.