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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

»Sie fühlen die Wut am eigenen Leib«

Manchmal muss man die Helfer vor Selbstausbeutung und Frustrationen schützen, sagt die Supervisorin Gerhild Frasch

Publik-Forum: Frau Frasch, die Hilfsbereitschaft ist umwerfend: Hunderttausende Ehrenamtliche setzen sich allerorten für Flüchtlinge ein. Wer sind diese Menschen?

Gerhild Frasch: Computerspezialisten, pensionierte Lehrerinnen, Verwaltungsangestellte, Krankenschwestern. Christen, politisch motivierte und praktisch zupackende Menschen. Die Helfer kommen aus allen Gesellschaftsschichten. Viele melden sich spontan, sobald Zelte und Container aufgebaut werden und die Not der Flüchtlinge nahe kommt. Die wollen helfen!

Die hohen Flüchtlingszahlen setzen aber auch die Helfer unter Druck. Was kann man tun, damit sie nicht daran zerbrechen?

Frasch: Den Helfern wäre genau wie den Flüchtlingen am meisten geholfen, wenn die Registrierung nicht so lange dauern würde. Denn die Perspektivlosigkeit, all das Nichtstun und Warten schlägt sich auch unmittelbar auf die Helfer nieder und zermürbt sie. Zudem ist es wichtig, dass die Arbeit von Hauptamtlichen koordiniert und emotional unterstützt wird.

Warum?

Frasch: Häufig sind die Helfer frustriert, weil sie wegen der Sprachschwierigkeiten keinen Kontakt finden und das Verhalten der Flüchtlinge nicht deuten können. Manchmal muss man die Helfer aber auch vor sich selber schützen und darauf achten, dass sie sich selbst nicht überfordern.

Sie bieten Supervision für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer an. Wie ist die Resonanz?

Frasch: Bisher nur schwach. Viele Helferinnen und Helfer glauben, dass es reicht, ein gutes Herz zu haben, um in der Kleiderkammer Wäsc