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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Der verbockte Lithium-Deal

von Knut Henkel vom 13.01.2020
Bolivien hat reiche Lithium-Vorkommen. Die Regierung will nun in großem Stil Batterien exportieren. Doch das Land hat Schwierigkeiten, aus dem Bodenschatz eine Quelle der Wertschöpfung zu machen
Grundlage für den Batteriebau: Salzgewinnung in einer Anlage in Llipi, Bolivien (Foto: Knut Henkel)
Grundlage für den Batteriebau: Salzgewinnung in einer Anlage in Llipi, Bolivien (Foto: Knut Henkel)

Die knallgrünen Kunststoffkisten mit einem schwarzen und einem roten Kabel sind der neueste Clou von Marcelo González. »Eine kompakte, leichte Autobatterie«, erklärt der 38-jährige Physiker. »Die produzieren wir in mehreren Modellen für einen Elektroautohersteller aus Cochabamba. Die Verträge sind gerade erst unterzeichnet.« Ein Achtungserfolg für den Leiter von Boliviens Lithium-Batteriefabrik La Palca. 66 Mitarbeiter arbeiten in der Fabrik vor den Toren der alten Bergbaustadt Potosí, produzieren von der kleinen Knopfzelle über die handlichen, backsteingroßen Akkus für Solaranlagen bis zu den großen, bis zu zwanzig Kilo schweren Autobatterien so ziemlich alles, was sich an Speicherelementen aus Lithium herstellen lässt. »Wir sind ein Zwitter zwischen Forschungseinrichtung und Pilotfabrik, machen Grundlagenforschung und Produktentwicklung«, sagt der Physiker González. Er ist in Uyuni aufgewachsen, dort, wo das Lithium aus bolivianischer Produktion herkommt.

Die 200 Kilometer von Potosí entfernte Stadt liegt am gleichnamigen Salzsee, wo die größten Lithiumreserven Boliviens unter einer dicken Salzkruste lagern. Die Bolivianer wollen nicht nur diesen Schatz heben, sondern auch eine eigene Batterieproduktion auf die Beine stellen. Die Fabrik von La Palca ist dabei wegweisend. »Bolivien ist das einzige Land der Region, das sich die Batterieproduktion auf die Fahne geschrieben hat. Diesem Traum sind wir in den vergangenen fünf Jahren viel näher gekommen«, sagt González.

Der Stoff, der in den Akkus steckt, wird in Llipi am Rande des Salzsees gefördert. Salzlake wird im Licht gleißender Sonne in riesigen Becken von bis zu dreißig Hektar Größe eingedickt. Aus der zurückbleibenden So

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