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Publik-Forum, Heft 11/2014
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Der Fotograf von Mauthausen

von Katarina Lukac vom 15.06.2014
Im Konzentrationslager Mauthausen wurden 5000 republikanische Spanier von den Nazis ermordet. Bis heute wird ihr Schicksal in Spanien totgeschwiegen. Jetzt setzt ihnen ein aufsehenerregendes Theaterstück in Madrid ein Denkmal. Im Mittelpunkt steht die wahre Geschichte um den Fotografen Francisco Boix
Der Fotograf von Mauthausen: GroßartigesTheaterstück über republikanische Spanier im KZ. (Foto: Marco Gpunto)
Der Fotograf von Mauthausen: GroßartigesTheaterstück über republikanische Spanier im KZ. (Foto: Marco Gpunto)

Blau wie der Himmel ist das Dreieck der Spanier«, tönt es zu beschwingtem Paso-Doble-Rhythmus von der Bühne. Wer sich im Publikum beim Mitwippen ertappt, stellt sich unweigerlich die Frage: Darf ich das? Immerhin trägt das Musiker-Trio gestreifte Häftlingskleidung, und ein Erzähler hat dem Publikum die triste Bühne mit einem an die Wand projizierten rauchenden Schlot gerade als das KZ Mauthausen vorgestellt: In diesem Vernichtungs- und Arbeitslager der Nazis in Österreich fanden nicht nur 100 000 verhaftete Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner jeder Couleur den Tod – zu den Opfern gehören auch 5000 spanische Republikaner, die mit fast einer halben Million Landsleute nach dem Ende des Bürgerkriegs nach Nordfrankreich geflüchtet und 1940 bei der Besetzung Frankreichs den Nazis in die Hände gefallen waren.

Das Theaterstück »El triángulo azul« (»Das blaue Dreieck«), das kürzlich im Madrider Teatro Valle Inclán, einem Spielort des Staatsschauspiels, uraufgeführt wurde, setzt nun diesen spanischen KZ-Opfern ein Denkmal. In Mauthausen mussten sie einen dreieckigen blauen Aufnäher mit dem Buchstaben S am Ärmel tragen, was sie in der verqueren Logik der Faschisten als »staatenlose Spanier« auswies. Das macht die Aufführung fast 40 Jahre nach dem Tod des Diktators Francisco Franco in Spanien immer noch zum Politikum; doch dazu später.

Vorerst hilft Laila Ripoll, 49, Regisseurin und Co-Autorin des Stücks, das Dilemma mit dem wippenden Fuß zu lösen: »Die Musik ist ein notwendiges Ventil: für uns, die wir uns seit Monaten mit dem düsteren Thema beschäftigen, und für die Zuschauer.« Vor allem aber diente sie den Häftlingen im Lager als Rettungsanker. An Weihnachten

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