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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2014
Revolutionäre, wo seid ihr geblieben?
Der Herbst 1989 und sein Erbe
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Der Flächenbrand

von Wolfgang Kessler vom 10.10.2014
Angesichts des brutalen IS-Terrors in Syrien und im Irak haben viele Kommentatoren für die Friedensbewegung nur noch Häme übrig. Dabei sind ihre Warnungen vor einer kriegerischen Eskalation im Nahen Osten mehr als berechtigt. Eine Analyse von Wolfgang Kessler
Flüchtlinge an der syrisch-türkischen Grenze: Nur durch Waffengewalt wird es nicht gelingen, den Nahen Osten zu befrieden (Foto: Stringer Turkey/Reuters)
Flüchtlinge an der syrisch-türkischen Grenze: Nur durch Waffengewalt wird es nicht gelingen, den Nahen Osten zu befrieden (Foto: Stringer Turkey/Reuters)

Für den Schriftsteller und Orientalisten Narvid Kermani ist die Sache klar, insbesondere, seit er die Nöte von Kurden und Jesiden vor Ort erfahren konnte: »Die pazifistische Position in Fällen wie jetzt im Irak finde ich verheerend, verantwortungslos und in der Konsequenz sogar verbrecherisch.« Kermani fordert eine Allianz, die den »Islamischen Staat« (IS) militärisch bekämpft. Er ist einer von vielen, die auf die reine Militärlogik einschwenken – koste es, was es wolle. Doch es könnte viel kosten.

Auch der katholische Friedensethiker Joachim Garstecki verteidigt Waffenlieferungen an die Kurden. »Waffen sind nur die äußerste Möglichkeit, aber im Irak geht es um einen Akt der Notwehr. Es gibt eine Solidaritätspflicht gegenüber schutzlosen Opfern von Gewalt«, sagt der ehemalige Generalsekretär der katholischen Friedensbewegung Pax Christi.

Angesichts der Bedrohung halten auch die katholischen Bischöfe einen »begrenzten Einsatz von Gewalt für vertretbar, solange eine andere plausible Strategie nicht erkennbar ist«. Die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht dies ähnlich: »Militärische Gewalt kann als letzter Ausweg legitim sein zur Abwendung schwerster anhaltender Menschenrechtsverletzungen angesichts von Völkermord und Vertreibung.« Gleichzeitig empfiehlt die EKD jedoch ein UNO-Mandat, weil der »Einsatz rechtserhaltender Gewalt dadurch an Legitimität gewinnen würde«.

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