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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2016
Hoffnung für die Stadt
Theologe Jürgen Moltmann über Christsein in den kapitalistischen Metropolen
Der Inhalt:

»Das ist ein Desaster«

von Barbara Tambour vom 02.06.2016
Die Regierung will das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren. Aber warum und mit welchen Folgen? Fragen an die Ökonomin Claudia Kemfert
Wenn die EEG-Reform kommt wie geplant, wird die Energiewende »massiv ausgebremst«, sagt die Ökonomin Claudia Kemfert (Foto: Pressebild/Meischner)
Wenn die EEG-Reform kommt wie geplant, wird die Energiewende »massiv ausgebremst«, sagt die Ökonomin Claudia Kemfert (Foto: Pressebild/Meischner)

Publik-Forum: Bisher wurden die erneuerbaren Energien durch feste und auf zwanzig Jahre garantierte Vergütungssätze gefördert. Ein wahnsinnig erfolgreiches Programm. Warum will die Bundesregierung stattdessen jetzt Ausschreibungen für Erneuerbare-Energien-Projekte einführen?

Claudia Kemfert: Weil sie die Ziele der Energiewende – den Ausbau der erneuerbaren Energien auf achtzig Prozent an der Energieerzeugung bis zum Jahre 2050 – zu möglichst geringen Kosten erreichen will. Deshalb soll künftig der günstigste Anbieter den Zuschlag bekommen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen aber, dass Ausschreibungen die Kosten erhöhen, große Akteure dadurch bevorzugt werden und nicht immer die beabsichtigten Ausbauziele erreicht werden.

Ist die Energiewende durch die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gefährdet?

Kemfert: Die Energiewende wird massiv ausgebremst. Schon die letzte Reform hat dazu geführt, dass der Zubau von Solarenergie und Bioenergie nahezu zum Erliegen kam. Nun wird gerade die kostengünstige Windenergie an Land gedeckelt, die teure Windenergie auf See aber weiter gefördert. Das ist keine Reform, sondern ein Desaster.

Ist diese Reform wirklich nötig – oder hat sich einfach die Kohle- und Atomlobby durchgesetzt?

Kemfert: Offenbar will man den Betreibern konventioneller Kraftwerke entgegenkommen. Die erneuerbaren Energien müssen als Sündenbock herhalten, um eine hysterische Kostendiskussion anzuzetteln. Letztlich wird ein effizientes Fördersystem kaputtreguliert und die Energiewende ausgebremst.

Solargenossensc

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