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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2014
Revolutionäre, wo seid ihr geblieben?
Der Herbst 1989 und sein Erbe
Der Inhalt:

Alle Flüchtlinge aufnehmen?

von Andreas Lipsch, Stephan Mayer vom 11.10.2014
Fast doppelt so viele Menschen wie im vergangenen Jahr bitten um Asyl in Deutschland. Sie sind geflohen vor Krieg, Verfolgung, Diktatur. Flüchtlings-Aktivisten fordern ein Bleiberecht für alle, die es bis nach Deutschland geschafft haben. Die Kritiker verweisen auf EU-Abkommen, die Abschiebungen vorsehen. Sollen alle Flüchtlinge bleiben dürfen? Ein Pro- und Contra – und Thema unserer aktuellen Umfrage
Alle Flüchtlinge aufnehmen? Andreas Lipsch (links) meint: »Ja! Und alle, die kommen, auch integrieren.« Stephan Mayer (rechts) meint: »Nein! Zuwanderung muss man steuern.«
Alle Flüchtlinge aufnehmen? Andreas Lipsch (links) meint: »Ja! Und alle, die kommen, auch integrieren.« Stephan Mayer (rechts) meint: »Nein! Zuwanderung muss man steuern.«

Andreas Lipsch: »Ja! Und alle, die kommen, integrieren«

»Alle Flüchtlinge wollen gar nicht zu uns, nach Europa, nach Deutschland. Es gibt mehr als fünfzig Millionen Flüchtlinge weltweit, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor Krieg, vor Gewalt, zurzeit viele vor dem sogenannten Islamischen Staat. Zwei Drittel der Flüchtlinge bleiben in ihren Herkunftsländern, von denen, die außer Landes fliehen, suchen 86 Prozent Schutz in armen Nachbarländern. Im Libanon – mit vier Millionen Einwohnern – leben 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge. Hunderttausende, darunter viele Christen und Jesiden, sind in den Nordirak geflohen, der damit völlig überfordert ist. Binnen weniger Tage haben mehr als 140 000 syrische Kurden Zuflucht in der Türkei gesucht. Insgesamt hat die Türkei bisher 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr haben in allen EU-Ländern zusammen 435 000 Menschen einen Asylantrag gestellt. In Deutschland waren es 110 000. In diesem Jahr könnten es 200 000 werden. Angesichts dieser Zahlen von »Belastungsgrenzen« zu sprechen, ist beschämend. Beschämend ist auch, dass es weiterhin keine legalen Wege nach Europa gibt. Flüchtlinge werden so auf oft tödliche Routen gezwungen, und immer mehr Menschen sterben im Mittelmeer.

Europa muss seine Abwehrpolitik endlich aufgeben und deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als bisher. Und die, die kommen, integrieren – vom ersten Tag an. De

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