Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2011
Christen müssen selber denken
Der Theologe Klaus-Peter Jörns zur Glaubenskrise
Der Inhalt:
Artikel vorlesen lassen

»Mein Lauf zu Gott«

von Frank Hofmann vom 19.05.2011
Wie ich über tägliche Trainingsläufe zum Christentum fand. Und warum Laufen und Beten ganz enge Verwandte sind
Tipp des Autors: Suchen Sie sich einen schönen Ort zum Laufen
Tipp des Autors: Suchen Sie sich einen schönen Ort zum Laufen

An die magischen Kräfte des Laufens glaubten schon die alten Ägypter vor über 4000 Jahren. Beim sogenannten Sedfest anlässlich seines dreißigjährigen Regierungsjubiläums musste der Pharao mit einem Lauf beweisen, dass er noch fit ist. Gleichzeitig sollte ihn dieser kultische Lauf mit göttlichen Kräften aufladen.

Ähnliches habe ich auch erlebt. Als ich mit Mitte dreißig anfing, regelmäßig zu laufen, standen natürlich zuerst die körperlichen Effekte im Vordergrund. Ich fühlte mich stärker, gesünder, belastbarer. Schon nach wenigen Monaten entdeckte ich auch die mentale Kraft des Laufens. Während meiner morgendlichen Runde konnte ich bestens meinen Tag strukturieren, schwierige Gespräche vorbereiten, Ideen für journalistische Geschichten entwickeln.

Was darf ich hoffen?

Das spirituelle Potenzial des Laufens eröffnete sich mir jedoch erst im vergangenen Jahr. Ich hatte angefangen, mich in die Theologie einzulesen. Die Fragen, die mich seit meiner Pubertät beschäftigten, drängten sich mit Macht wieder auf: Was ist wahr, was ist gut und was wird einmal sein? In der berühmten Formulierung des Philosophen Immanuel Kant: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?

Ich hatte in meinen Zwanzigern Philosophie studiert und war mit den dort gefundenen Antworten auch eine Zeit lang zufrieden. Mit zunehmender Lebenserfahrung fiel mir auf, dass die Antworten der Philosophie auf grundlegende Fragen eigentlich ziemlich dünn sind - und meine damalige Faszination viel mehr den aufwendigen philosophischen Methoden galt als ihren dürftigen Ergebnissen.

Theologie wie ein Krimi

Also gab ich der Theologie eine Chance. Gleich die ersten beiden Bücher waren für mich Volltreffer: »Wurzeln, die uns Flügel schenken« von

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen